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Die Brustverkleinerung

Dr. F.-U. Piechotta-Flemming

Der Weg unter das Messer des Chirurgen mit dem Ziel einer Reduktionsplastik ist nicht immer eine
Frage der Aesthetik. Oft ueberschneiden sich drei verschiedene Indikationsbereiche: Aesthetik,
Psyche und Somatik. Ueppige oder herunterhaengende, schlaffe Brueste koennen eine starke
psychische Belastung fuer die jeweils betroffene Frau darstellen

Uebergroße, haengende Brueste koennen nicht nur das Koerperbewußtsein einer Frau sehr stark
beeintraechtigen, sondern auch zu schmerzhaften Veraenderungen fuehren, die vor allem in den
Bereichen von Brust, Nacken und Ruecken auftreten. Diese koerperlichen (somatischen)
Beschwerden wie ausgepraegte Rueckenschmerzen stellen nicht selten einen Beweggrund fuer eine
Reduktionsplastik der Brueste dar. Hieraus ergeben sich die beiden haeufigsten Indikationen, bei
denen in der Regel sogar die Krankenkasse eintritt:

1.durch Belastung der Wirbelsaeule entstandene Ruecken-, Schulter- oder Kopfschmerzen

2. starke psychische Belastung durch uebermaeßig große, lange bzw. schlaffe oder ungleich geformte
Brueste

Wenn Sie darunter leiden und Sie sich bei Ihren koerperlichen und damit auch sexuellen Aktivitaeten
durch Ihre Brueste gehemmt fuehlen, koennen Sie eine Brustverkleinerung, eine sog. Reduktions-
Mammaplastik in Betracht ziehen. Auch normal große Brueste, die nach Schwangerschaften oder
Gewichtsabnahme an Fuelle, Elastizitaet und Spannkraft verloren haben, koennen korrigiert werden,
obwohl hier, da es sich in der Regel um einen Gewebsverlust handelt, eine Vergroesserung mit einer
Implantation (s. unsere Artikel) eher in Betracht kommt. Man kann aber auch mit einer Bruststraffung ,
einer sog. Mastopexie, die uebrigens auch mit einem Brustimplantat kombiniert werden kann, Ihre
Koerperproportionen sehr zum positiven veraendern, denn so erhalten Sie festere und jugendlichere
Brueste. Doch hier kommt es wie immer in der plastischen Chirurgie, ausgefuehrt von einem
serioesen Arzt, auf den Gesamtaspekt an. Wenn man schon solch knackige Bruestchen formt, dann
muss auch der uebrige Koerper entsprechend frisch sein. Meistens ist dies aber nicht der Fall und
dann sollte man lieber eine vielleicht mehr haengende (aber dennoch wohlgeformte!), aber gut zum
restlichen Koeper passende Form waehlen --- doch ein bisschen "wippen" beim bewegen ist doch
auch ganz schoen---oder?

Beide Operationen koennen prinzipiell in jedem Alter durchgefuehrt werden. Als wichtige
Voraussetzung gilt jedoch, dass Ihr Koerperwachstum abgeschlossen, ihre Brueste voll entwickelt sind
und vor allem, dass Sie koerperlich gesund sind (vergleiche unseren Artikel "Plastische Chirurgie und
Gesundheit").

Jetzt die wichtigsten, von Ihnen immer wieder gestellten Fragen:

1. Was passiert eigentlich bei einer Brustverkleinerung?
2. Welche Ergebnisse koennen durch eine Brustverkleinerung erzielt werden?
3. Anaesthesieform und Klinikaufenthalt?
4. Welche Komplikationen koennen entstehen?
5. Wie bereite ich mich auf die Operation vor?
6. Wie verlaeuft die Operation?
7. Was ist nach dem Eingriff zu beachten?



1. Was passiert dabei eigentlich bei einer Brustverkleinerung?
Generell wird eine kleinere, leichtere und festere Brust dadurch erreicht, dass ueberfluessiges Haut-
und Brustgewebe im unteren Brustbereich entfernt wird. Mit den verbleibenden oberen Anteilen formt
der Chirurg eine neue Brust. Die Brustwarzen werden normalerweise zusammen mit Nerven und
Blutgefaeßen versetzt. Dadurch ist gewaehrleistet, dass Sie auch nach dem Eingriff weitgehend
normal empfinden und in der Regel Ihre Faehigkeit zum Stillen behalten

2. Welche Ergebnisse koennen durch eine Brustverkleinerung erzielt werden?
Mit einer Brustverkleinerung oder -straffung werden Groeße und Form Ihrer Brueste dauerhaft
veraendert. Dennoch werden sich im Lauf der Jahre der natuerliche Alterungsprozess,
Gewichtsveraenderungen und die Schwerkraft auf die Form Ihrer Brueste auswirken. In diesem Fall
kannes notwendig werden einen erneuten Eingriff vorzunehmen.

3. Anaesthesieform und Klinikaufenthalt?
Der Eingriff wird in der Regel stationaer in Vollnarkose durchgefuehrt, wobei dies nicht unbedingt
erforderlich ist, wenn die Operation nicht zu ausgedehnt ist. Ein guter Operateur, der seine Technik
und die hier spezielle Technik der Lokalanaesthesie beherrscht, ueber ein eingespieltes Team
verfuegt und in einem ruhigen angenehmen Ambiente operieren kann, wird Ihnen in diesem Fall
immer zu einer örtlichen Betaeubung raten. Das hat den Vorteil, dass ambulant operiert werden kann
und Sie nach einer Ruhe- und Ueberwachungsphase wieder abgeholt werden koennen.
Selbstverstaendlich muss aber der Operateur fuer nicht voraussehbare Notfaelle telefonisch
erreichbar sein und ggf. eine Nachblutung operativ stillen koennen, d.h. auch sein Team muss
rufbereit sein.

4. Welche Komplikationen koennen entstehen?
Wie bei jeder Operation kann es, auch ohne Schuld des Operateurs, zu Wundheilungsstoerungen und
sogar Infektionen kommen. Dies sollte aber die Ausnahme darstellen! Haeufiger kommt es zu
Sensibilitaetsstoerungen in der Brustwarze, die sich aber im Laufe der Zeit wieder geben. Ein
Absterben der Brustwarze ist eigentlich nur bei einer fehlerhaften Op-Technik moeglich (Ausnahme im
Falle der o.a. Infektion und Wundheilungsstoerung).

5. Wie bereite ich mich auf die Operation vor?
In der Regel sollte vor der Operation eine Mammographie und ggf. auch eine Ultraschalluntersuchung
durchgefuehrt werden, um eventuelle Gewebeveraenderungen vor dem Eingriff feststellen zu
koennen. Dies gehoert zwar zur praeoperativen Diagnostik, die der Operateur ankurbeln muss, aber
um alles zu beschleunigen und nicht wieder zu anderen Aerzten geschickt zur werden, koennen Sie
das schon im Vorfeld ueber Ihre(n ) Gynaekolgin(en) abklaeren, so dass der Operateur als Diagnostik
nur noch die Blutuntersuchungen machen muss. Als Raucher/in sollten Sie mindestens 4 Wochen vor
Ihrem Termin Ihren Nikotinkonsum stark einschraenken, um das Risiko von Wundrandnekrosen zu
verringern. Fuer die Dauer von 14 Tagen vor der Operation sollten Sie außerdem auf Schmerzmittel,
wie z.B. Aspirin, verzichten, da diese die Blutgerinnung verzoegern. Auch Alkohol und Schlafmittel
sollten Sie weitgehend meiden. Durch Hautpflege, Massagen und kaltes Abduschen koennen Sie die
Durchblutung verbessern und die Wundheilung guenstig beeinflussen.


6. Wie verlaeuft die Operation?
Die Operationsmethoden koennen von Fall zu Fall stark variieren, insbesondere die Schnittfuehrung
haengt wesentlich von den koerperlichen Voraussetzungen ab. Normalerweise wird mit zwei Schnitten
gearbeitet: Die Schnittfuehrung verlaeuft dabei rund um den Warzenhof, der meistens auch verkleinert
wird, und von dessen unterem Rand zur unteren Brustfalte. Bei der besten klassischen Methode (nach
Prof. Ivo Pitanguy) ist ein weiterer Schnitt entlang der natuerlichen Brustfalte erforderlich. Der letztere
kann aber, wenn die Brust nicht zu gross ist u. U. kleiner ausfallen oder bei einigen neuen Techniken
ganz unterbleiben Bei der Operation wird nach dem Entfernen ueberfluessigen Gewebes der
verbliebene Druesenkoerper neu geformt, nach oben verlagert und dort einerseits mit versenkten
Naehten am Muskel, andererseits durch die Hautstraffung befestigt. Bei der Neuformung Ihrer Brust
wird auch die Brustwarze, samt Nerven und Blutgefaeßen, in die neue Position gebracht. Bei einer
kleinen Brust, die nur gestrafft wird, kann gleichzeitig ein Brustimplantat zur Vergroeßerung und
besseren Formung der Brust eingesetzt werden. Die Wunde wird mit feinsten Faeden intrakutan
verschlossen, und es wird ein straff sitzender Verband angelegt. Drainagen sind fuer den
ungehinderten Abfluss von Blut und Gewebefluessigkeit nur notwendig, wenn der Operateur nicht firm
in der Verwendung des von uns beschriebenen Gewebeklebers ist (s. unserere Artikel darueber).oder
diesen aus Kostengruenden nicht anwenden will, da das Praeparat ziemlich teuer ist. Je nach
Ausmaß dauert der Eingriff 2 bis 3 Stunden.

8. Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Nach abgeschlossener Wundheilung sollten die ja nun unvermeidbaren Narben gepflegt werden. Der
Operateur sollte Ihnen zeigen, wie Sie diese Narben massieren koennen, damit diese in der Folge
schein weich und nachher wenig sichtbar werden. Erschrecken Sie nicht, wenn die Narben nach dem
Massieren rot und dick werden. Das ist eine Folge der vermehrten Durchblutung, die dazu dient das
ueberfluessige Narbengewebe abzubauen. Um so feiner und kleiner sind dann aber die Narben am
Ende. Diese Massage sollte aber in der Regel mindesten ½ Jahr, ja manchmal bis zu einem Jahr nach
der Operation erfolgen, da dann erst der letzte Rest der Wundheilung vorbei ist.



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