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Das "Lifting aus der Spritze"
von Dr. F.-U. Piechotta-Flemming
Die Korrektur von Narben und Falten durch Einspritzung eines Bioimplantates
Als Begleiterscheinung des Alterns, geht mit der Zeit Bindegewebe verloren, die elastischen
Fasern degenerieren und es kommt somit zur Faltenbildung. Doch es gibt zwei Arten von Falten:
1. Falten, die durch ein Zuviel an Gewebe entstehen, die gewissermaßen überhängen
2. Falten mit Substanzverlust. Unter die Rubrik Substanzverlust fallen auch die eingezogen
Narben einer ausgeheilten Akne, die nicht mehr im Stadium der Entzündung ist.
Die unter 1. aufgeführten störenden Falten lassen sich nur korrigieren durch bzw. besser gesagt
Substanzverluste lassen sich korrigieren durch:
eine Operation, wie zum Beispiel das Facelifting
Die unter 2. aufgeführten:
die Einspritzung einer natürlichen Substanz, einem Bioimplantat
Die Hyaluronsäurebehandlung und auch die Kollagenbehandlung ist kein "Lifting aus der
Spritze". Es kann dieses auf keinen Fall ersetzen, wenn eine solche Operation notwendig erscheint. Gegenteilige Behauptungen sind schlichtweg falsch. Wohl aber kann die Injektionsbehandlung mit Hyaluronsäure oder Kollagen als unterstützende Maßnahme auch vor oder nach einer solchen Operation sehr hilfreich sein. Keinesfalls handelt es sich bei dieser Behandlung um eine Art von "Frischzellkur", die, in den Körper eingespritzt, mehr oder weniger schnell die Falten glättet. Sie schmunzeln? Nun, dann sind Sie einer Vielzahl von Patienten schon ein ganzes Stück voraus, denn diese angegebene Zauberwirkung wird von vielen Patienten den Präparaten zugeschrieben.
Was ist Hyaluronsäure, was kann man mit dem Einspritzen erreichen?
Hyaluronsäure ist eine ein natürliches Polysaccherid, das im Organismus, zum Beispiel im
Bindegewebe und in der Haut vorkommt. Mit zunehmendem Alter nimmt der Gehalt der Hyaluronsäure ab, was einen Elastizitätsverlust zur Folge hat. Die für die Einspritzung verwendete Hyaluronsäure wird aus Vogelgewebe gewonnen. Sie ist ein farbloses, klares Gel, das chemisch, physikalisch und biologisch der menschlichen Hyaluronsäure völlig identisch ist. Eine allergische Reaktion ist daher nicht zu erwarten und deshalb entfällt auch eine Vortestung, die zum Beispiel beim Einspritzen von dem früher (und auch heute noch verwendeten) Kollagen notwendig ist. Durch das Einspritzen von Hyaluronsäure kann der Feuchtigkeitsmangel der Haut ausgeglichen und damit das Gewebe aufgepolstert werden. Nach der ersten Behandlung ist unter Umständen, aber nicht immer, eine zweite im Abstand von ein paar Wochen notwendig, um das gewünschte Resultat zu erreichen. Leider ist auch ein gutes Ergebnis nicht von bleibender Dauer. Auch wenn man feststellen konnte, daß die Injektion eines Bioimplantates die Neubildung von körpereigenen Bindegewebszellen in der Region der Einspritzung fördert, so können auch diese nicht den Effekt des Abbaus der eingespritzten Substanz ausgleichen. Die Neubildung von Bindegewebszellen und auch der Abbau der Bioimplantate sind bei jedem Patienten verschieden, so daß auch auf die Frage, wie lange denn so eine Behandlung vorhält nur mit einem Mittelwert von ca. einem Jahr geantwortet werden kann. Bei einem hält es länger, bei einem anderen ist unter Umständen schon nach 3-6 Monaten kein befriedigender Effekt mehr da. Vor der Injektion der Hyaluronsäure werden die zu behandelnden Stellen mit einer Anästhesiecreme bestrichen, damit sie keine, oder, bei ganz sensiblen Patienten, zumindest deutlich weniger Schmerzen während der Injektion verspüren. Diese Creme muß aber mindestens eine Stunde einwirken, so daß wir Sie am Behandlungstag diese Zeitspanne vor der eigentlichen Anwendung bestellen. Lassen Sie sich dann also ein wenig Zeit. Nach der Anwendung werden die Injektionsstellen rein prophylaktisch als Infektionsschutz mit einer antibiotischen Salbe bestrichen, deren Reste Sie dann nach zwei Stunden entfernen dürfen. Die mit der Injektion verbundene Schwellung ist nach einem halben Tag verschwunden und dann können Sie auch wieder Make-up auftragen.
Komplikationen sind bei dieser Anwendung, wenn Sie alle unsere Richtlinien befolgen, nicht zu
erwarten.
Was ist Kollagen, was kann man mit dem Einspritzen erreichen?
Kollagen ist eine Form des sog. Bindegewebes, des Gewebes, welches die spezialisierten
Körperzellen unter- und miteinander verbindet. Es ist dies eine so allgemeine, in der Tierwelt verbreitete Stützsubstanz, daß es kaum nennenswerte artspezifische Unterschiede gibt und tierisches Kollagen bedenkenlos beim Menschen angewendet werden kann, ohne daß eine Abwehrreaktion zu befürchten ist. Nichtsdestotrotz wird das Präparat in geringen Mengen beim Patienten vorgetestet, um auf "Nummer Sicher" zu gehen. Darüber hinaus sind Laboruntersuchungen und die sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte des einzelnen Patienten eine Selbstverständlichkeit. Das Kollagen in dem von uns verwendeten Präparat ist in einer Kochsalzlösung, die eine geringe Menge eines Lokalanästhetikums enthält, aufgeschwemmt. Nach der Injektion wird die Flüssigkeit vom Körper aufgenommen, und das Kollagen verbindet sich zu einem feinen Fasernetz. Da - wie schon gesagt - das Lösungsmittel verschwindet, sind in der Regel zwei Injektionen in einem Abstand von ca. 1 Monat erforderlich.
Im weiteren Verlauf wird aber auch das Kollagen langsam abgebaut, so daß im Abstand von ein
bis zwei Jahren eine erneute Injektionsbehandlung notwendig werden wird, in einigen Fällen evtl. auch schon früher. Bei ca. 1/3 der Patienten wird allerdings ein bleibenden Resultat erzielt.
Mögliche Komplikationen sind, wie bereits beschreiben, allergische Reaktionen, die allerdings
äußerst selten vorkommen und das Aktivieren einer latent vorhanden Kollagenose, weshalb ja die sorgfältige Anamnese besonders wichtig ist und auch auf eine Vortestung nicht verzichtet werden darf. |