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Von Discount-Doctoren und Schnaeppchen-patienten
Immer wieder bemerke ich, dass es vielen Patienten, vor allem den gesunden unter Ihnen nicht
darum geht einen guten Arzt zu finden, sondern einen, der so viel wie moeglich fuer den Gegenwert Schein (Geld- oder Kranken-schein ist hier fast egal) liefert. Er handelt nach dem Motto: ist wurscht ob ich krank bin: ich will medizinische Versorgung, denn die steht mir zu und nach Moeglichkeit will ich alles ueber Kasse und wenn schon selber etwas zahlen oder zuzahlen, dann so wenig wie moeglich!
So mutiert der Arztbesuch zum Besuch eines orientalischen Basars, wo man auch manchmal
meint, dass das Feilschen wichtiger sei als das eigentliche Kaufen. Der Patient will eigentlich meist ueber die Art der Behandlung recht wenig wissen, aber um so mehr um den Preis und die Zahlungsmodalitaeten und ob man vielleicht gewisse reine nicht einmal von Privatkassen honorierte Leistungen, nicht so deklarieren koenne, dass es die Krankenkasse doch uebernaehmen.
Aber es ist hier wie ueberall: es gehoeren immer zwei Seiten zu einem Handel! Was soll das laute
Geschrei gegen die Prostitution am Strassenrande und die Diffamierung der Maedchen. Gaebe es nicht hinreichend Maenner, die diesen „Service" in Anspruch naehmen, so staenden sie ja nicht da! Aehnlich ist es hier. Es gibt Doktoren ueber Doktoren, die jedes noch so krumme Ding mitmachen, nur um an den „Schein" zu gelangen. Und sie werden nicht muede bei nicht von Kassen getragenen Leistungen selber sogar den Marktschreier zu machen: "Kommt herein Leute! Beratung kostenlos und unverbindlich!" Hier wird die fundamentale aerztliche
Leistung der Beratung behandelt wie ein Stueck Wurst auf dem Wochenmarkt, das man zum
Anlocken der Kaeufer kostenlos verteilt.
Die Aerzte muessen wieder die Ethik in ihrem Handeln neu entdecken und der Patient muss
erkennen, das ein guter, wirklicher Arzt eigentlich gar nicht zu bezahlen ist und dass man ihn nicht nach der Messlatte Geld aussucht. Selbst bei einer so profanen Sache wie dem Autokauf will ich ja auch nicht den billigsten Wagen, der nach ein paar Metern den Geist aufgibt, sondern einen, der faehrt...
Ich kann daher unseren Usern nur raten zuerst nach einem guten Arzt zu suchen, am besten durch
die alte Mund-zu-Mund-Propaganda. Blitzende Kliniken und glaenzende Prospekte verbergen meist fachliche Unkenntnis und zeugen nur zu deutlich von Profitgier, dann womit sind die diese Dinge alle wohl finanziert? Von dem Geld der Opfer, will sagen Patienten. Natuerlich soll man auch nicht eine verlauste, verdreckte und verwanzte Kaschemme aufsuchen. Das gesunde Mittelmass hier ist der goldene Weg. Und wenn man niemanden kennt? Nun dann ist man leider gezwungen nach Rueckfragen bei den Aerztekammern und fachaerztlichen Organisationen die Doktoren aufzusuchen und auf sich einwirken zu lassen --- bis man merkt: der ist der Richtige, da habe ich Vertrauen. Dann merkt man schon an der Aufklaerung die fachliche Kompetenz und dann,
erst dann sollte man an das Geld denken. Ein serioeser Arzt wird immer einen Weg finden, auch
fuer kranke Geldbeutel, ohne allerdings ungesetzlich zu handeln. Ist er dazu bereit, dann koennen Sie ihn gleich abschreiben, denn dann ist er auch in anderen Dingen unehrlich und hat sie mit seiner Fassade getaeuscht. |
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