Die Nasenoperation

von Prof.Dr. Flemming und Dr. F.-U Piechotta-Flemming

Der Fachausdruck für diese Operation lautet: Rhinoplastik. Informieren Sie sich über die Methode
und mögliche Komplikationen dieser Operation.



Auch die Nasenoperation wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Vorteile gegenüber der
Narkose sind dieselben wie in dem ersten Beitrag "Lidkorrektur" beschrieben.
An die knöcherne und knorpelige Nase selbst gelangt man durch ein Zugangsschnitte im
Naseninneren. Somit lässt sich verhindern, dass nach der Wundheilung eine äußerlich sichtbare
Narben entsteht. Darüber hinaus bringen wir eine Art "Gewebekleber" auf, der dazu dienen soll,
die allerfeinsten Gefäßchen, die jetzt noch nicht oder nicht mehr bluten, gewissermaßen zu
versiegeln. Dies ist aber nicht allgemein üblich. So werden sie auch dann nicht bluten, wie dies
Umstände bedingt nach der Operation ohne den "Kleber" manchmal passiert.


Damit tritt eine postoperative Nachblutung bei uns praktisch nicht auf - wenn der Patient alle
Verhaltensmaßregeln gewissenhaft einhält. Zusätzlich hilft der "Kleber", den Bindegewebszellen
die Wundränder besser und schneller wieder zu vereinen. Aber auch diese hochaktive Substanz,
die aus dem gleichen Material beschaffen ist wie der Stoff, der für Ihre Blutgerinnung
verantwortlich ist, kann plötzlichem starkem Blutdruckanstieg, z. B. verursacht durch
Anstrengung, nicht standhalten. Aus diesem Grunde sollen Sie für die ersten zwei bis drei
Wochen nach der Operation alles vermeiden, was zu einem plötzlichen Blutdruckanstieg führt. In
der Regel ist dies Sport und jegliche körperliche Anstrengung, aber auch Ärger, Stress etc.
Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass Sie die ganze Zeit im Bett liegen sollen. Spazieren
gehen bekommen Sie von uns sogar ausdrücklich "verordnet".


Da die Nase, um sie neu rekonstruiren zu können, gewissermaßen vollständig "auseinander
genommen" werden muss, ist es notwendig, dem Patienten zum Abschluss der Operation einen
Nasengips anzulegen, um die Nase in der neuen Form zu schienen. 14 Tage lang trägt der Patient
einen Gips. Dieser wird jedoch nach dem Lockerwerden gewechselt. Danach ist nur noch für die
Dauer von einer Woche ein Gips für die Nacht notwendig. Unbewußte Bewegungen oder
Schlafhaltungen könnten die schon fast verheilte Nase wieder verschieben.

Komplikationen
Es wäre irreal und widerspräche der ärztlichen Ethik, die Operation nur in rosaroten Farben
auszumalen. Es handelt sich hierbei, auch wenn dies vielfach publiziert wird, eben nicht nur um
eine "kleine" Korrektur von Mutter Natur. Jede Operation ist ein Eingriff in die Integrität unseres
Körpers und darf keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden!


Wie überall gibt es auch hier Resultate, die nicht voll zufriedenstellen, auch wenn optimal
gearbeitet wird. Leider können wir keine Garantie für das Erreichen eines bestimmten
Operationsergebnisses oder dem Gleichbleiben desselben übernehmen, da es sich ja bei Ihnen um
lebendes Gewebe und nicht um einen toten Werkstoff handelt.


In der Regel wird das geplante Operationsergebnis erreicht. Wie das Gewebe jedoch verheilt, wie
dick die inneren Narben oder der sich neu bildende Knochen wird, ist nicht vorauszusehen. Also
kann in Einzelfällen noch Monate nach der Operation dickes Narbengewebe, auch bei einer
besonders subtilen Methode, das Ergebnis störend beeinflussen. In diesem Falle ist eine erneute
Operation zur Beseitigung dieses Narbengewebes notwendig. Ein solcher Eingriff kann jedoch
frühestens ein halbes Jahr nach der ersten Operation vorgenommen werden, da dann die
Narbenbildung weitgehendst abgeschlossen ist. Die vollständige Narbenbildung ist eigentlich
erst nach einem Jahr abgeschlossen.


Nach der Operation


1. Kühlen:

Die Nasenknochen sind gebrochen worden. Hierbei entstehen immer kleine Blutergüsse, die sich
um die Augen herum ausdehnen. Deshalb sollte man die Augen während der ersten 3 Tage
kühlen. Je besser man kühlt, um so schneller geht der Bluterguss zurück.


2. Breiige Kost für 3 Tage:

Um ein Verschieben der gebrochenen Knochen zu verhindern, darf man nicht stark kauen. Man
sollte deshalb in den ersten 3 Tagen nach der Operation Steaks, Äpfel, Nüsse usw. vermeiden.
Schabefleisch, Kartoffelpüree, Eier, Suppen und ähnliches sind jetzt genau das richtige.


3. Entfernen der Fäden:

Normalerweise halten zwei Fäden die Zugangsschnitte am Nasensteg zusammen und werden am 7.
Tag nach der Operation entfernt


4. Pflege der Nase mit Nasensalbe:

Durch die Operation sind Ihre Nasenschleimhäute etwas in Mitleidenschaft gezogen worden.
Deshalb verschreiben wir eine Nasensalbe. Wenn man diese regelmässig anwendet, dann bilden
sich auch keine Krusten.


5. Gipswechsel:

Wie schon erwähnt, muss man für 14 Tage nach der Operation einen Nasengips tragen, der nur
gewechselt wird, wenn er zu locker werden sollte, was im allgemeinen zwischen dem 8. und 10.
postoperativen Tag erfolgt. Der Gipswechsel ist völlig schmerzlos, da man immer so lange wartet,
bis der Gips fast von alleine abfällt. Danach bekommt man noch für eine Woche einen
Gipsverband für die Nacht.



FAQ:


1. Ab wann kann wieder Sport getrieben werden?

Kurz nach der Operation ist selbstverständlich jegliche Anstrengung, also auch jeglicher Sport,
verboten. Ein erhöhter Blutdruck verursacht Blutungen. Drei Wochen nach der Operation ist
diese Gefahr aber endgültig vorbei und auch der Knochen so fest verheilt, dass Ihre Nase ruhig
einen leichten Stoß vertragen kann. Man kann also drei Wochen nach der Operation jeden Sport
unbedenklich betreiben.


2. Darf man nach einer Nasenoperation Sonnenbaden?

Während der Operation wird die gesamte Haut von dem Nasengerüst abpräpariert. Hierbei werden
auch feine Hautnervchen durchtrennt. Sie haben deshalb weniger Gefühl in der Nase als normal.
Manchmal kann das Gefühl sogar vollständig aufgehoben sein. Innerhalb eines halben Jahres
wachsen aber die kleinen Nerven wieder ein und das Gefühl wird wieder völlig normal. Während
des ersten halben Jahres, wo Sie also weniger spüren, was an der Haut Ihrer Nase geschieht,
sollten sie beim Sonnenbaden Ihre Nase mit einem Nasenschoner (evtl. reicht Ihr alter Gips dafür)
schützen. Sie merken es nicht, wenn sich ein Sonnenbrand anbahnt. Eine operierte Haut ist
sowieso empfindlicher und reagiert stärker auf jeden Reiz, sei es Wärme oder Kälte. Diese Reize
sollte man vermeiden, damit man nicht mit einer hässlichen roten Nase herumläuft, die dadurch
entsteht, dass die empfindlichere Haut schneller durchblutet wird.



3. Ab wann kann man wieder in die Sauna gehen?

Auch mit dem Saunabesuch sollten Sie mindestens 3 Wochen nach der Operation abwarten, um
nicht durch erhöhten Blutdruck ein Nasenbluten zu riskieren. Danach ist der Saunabesuch ohne
Bedenken möglich. Bitte denken Sie jedoch daran, dass Ihre Nase empfindlicher ist, also auch
schneller durchblutet wird als Ihre übrige Gesichtshaut und wundern Sie sich nicht, wenn Sie mit
einer besonders roten Nase aus der Sauna kommen. Diese erhöhte Durchblutung ist aber nicht
schädlich, im Gegenteil, sie wirkt sich sogar günstig auf die Narbenbildung aus.






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