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Älterwerden leicht gemacht
von Dr. F.-U. Piechotta-Flemming
Gegen das Altern ist kein Kraut gewachsen, gegen die Intensität des Älterwerdens
allerdings schon: Anti-Aging ist zwar nicht billig, aber wirksam.
Solange man jung ist, lässt sich die Tatsache des Alterns leicht ignorieren. Man wird
noch nicht von den ganzen Zipperlein geplagt, unter denen ältere Menschen leiden. Aber man sollte sich nicht täuschen lassen, wenn man sich mit 35 oder 40 Jahren noch richtig vital fühlt. Denn der Alterungsprozess setzt (klammheimlich) bereits im Alter von 20 - 25 Jahren ein. Man sollte also frühzeitig beginnen, etwas gegen das Nachlassen der Körperfunktionen zu tun. Je eher man damit anfängt, desto besser.
Anti-Aging
Über die Ursache des Alterns gibt es verschiedene Theorien. Unbestritten ist, dass
die unterschiedlichsten Körpersubstanzen, die uns vor dem Altern schützen, im Laufe des Lebens abnehmen. Anti-Aging ist der Versuch, diesen Alterungsprozess in seiner Intensität zu vermindern und den zeitlichen Ablauf zu verlangsamen. Richtig umgesetzt, kann dieser Versuch sehr erfolgreich sein. Im günstigsten Fall fühlt man sich sogar besser, als Jahre zuvor und verfügt über mehr Vitalität in geistiger und körperlicher Hinsicht. Eine echte, seriöse Anti-Aging-Strategie kann sich daher nicht auf ein oder zwei "Wundermittel" beschränken, wie die in der Regenbogenpresse angepriesenen Präparate (Q 10, Melatonin oder DHEA) versprechen.
Diagnostik
Voraussetzung für eine seriöse Therapie ist eine sorgfältige Untersuchung durch
einen Spezialisten, bei der das wahre biologische Alter ermittelt wird. Grundlage hierfür ist ein "Gesundheits-check-up". Dazu gehört: eine gründliche körperliche Untersuchung, ein EKG und gegebenenfalls die Bestimmung des Lungenvolumens. Zudem sollten umfangreiche Laboruntersuchungen, die in einzelnen Teilen nur von Speziallabors vorgenommen werden können, selbstverständlich sein. Hier bleibt es nicht bei der Bestimmung der bekannten Leber- und Nierenwerte, des Cholesterinspiegels und der Blutfette, sondern es werden auch zahlreiche Vitamine und Spurenelemente (Vitalstoffe) bestimmt. Darüber hinaus sollte der "oxidative Status" untersucht werden, der die Belastung des Organismus mit freien Radikalen (Chemikalien, die im Körper auf verschiedenste Weise Schäden verursachen können) anzeigt. Des Weiteren wird eine umfangreiche Hormonanalyse (Wachstums- und Geschlechtshormone) durchgeführt. Zudem ist es sinnvoll, die Belastung des Körpers durch Schwermetalle (Quecksilber, Blei, Cadmium) zu ermitteln.
Therapie
Erst nach Auswertung der Diagnostik, die später wiederholt wird und als
Verlaufskontrolle dient, kann ein individuelles Theapiekonzept entworfen werden. Grundlage dieses Konzeptes ist die Ergänzung der fehlenden Substanzen (beispielsweise Hormone). Der Arzt entscheidet also, welche Stoffe bei dem Patienten ergänzt werden müssen. Das Therapiekonzept beinhaltet aber auch die kritische Analyse der Lebensweise, die gegebenenfalls korrigiert werden sollte.
Kosten
Für diese komplexe Behandlung sollte eine ordentliche Rechnung nach der ärztlichen
Gebührenordnung erstellt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen (AOK und Ersatzkassen) übernehmen die Kosten allerdings nicht, da Präventivleistungen in diesem Umfange nicht erstattet werden. Auch Privatkassen übernehmen in der Regel nur einen Teil der Kosten. Ganz gewiss aber kann die Rechnung von der Steuer als "außergewöhnliche Belastung" abgesetzt werden. Dieser Umstand wird hier nur erwähnt, weil allein die Laboruntersuchungen, an denen der Arzt nichts verdient, je nach Fall zwischen 500 und 800 Mark kosten!
Auch wenn Diagnostik und Therapie in der Regel nicht von den Krankenkassen
übernommen werden, sollten diese Leistungen von einem approbierten Arzt und nicht von einem Heilpraktiker oder "Gesundheitsmanager" vorgenommen werden. Dies ist vor allem wichtig, weil eine umfassende, erfolgversprechende Therapie unter Umständen auch die Gabe von verschiedenen Hormonen erfordert, die ganz exakt und individuell dosiert werden müssen.
Fazit
An den Kosten kann man leider nichts ändern, aber Ihre Gesundheit und Ihr
körperliches Wohlergehen sollten Ihnen diese Investition eigentlich wert sein. Vor allem wenn man bedenkt, welche Summen (beispielsweise für Zigaretten und Alkohol) täglich ausgegeben werden, um den Organismus zu schädigen. Auch hier bewahrheitet sich der alte Spruch: "Vorbeugen ist besser als heilen" oder "Angriff ist die beste Verteidigung". Angriff in dem Sinne, dass man selber die Initiative ergreift und schlechte Gewohnheiten abzlegt und bewusst auf die innere Stimme hört, die uns nur zu oft warnt. Machen Sie sich die Erkenntnisse der modernen Medizin zu Nutze, um selber aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun. |
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