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Ärztepfusch bei Schönheitsoperationen
von Dr. F.-U. Piechotta-Flemming
Überflüssige Pfunde können leicht durch Fettabsaugen beseitigt werden. Doch
dieser Eingriff ist nicht ohne Risiken.
Laut einer dpa-Meldung ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft und die
Ärztekammer der Stadt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen einen Schönheitschirurgen. Der Chirurg soll in seiner Hamburger Tagesklinik gravierende Fehler bei Schönheitsoperationen gemacht haben. Dabei soll es zum Beispiel bei einigen Frauen nach dem Fettabsaugen zu Missbildungen an den Beinen gekommen sein. Bei der Gesundheitsbehörde wurde nun ein Antrag gestellt, dem Mann die Arbeitserlaubnis zu entziehen, so eine Sprecherin der Ärztekammer.
Manchmal wird ein Arzt, durch die Profitgier und die schnelle Mark, die er mit der
immer noch nicht ungefährlichen Methode des Fettabsaugens machen kann, zum "Fettabsauger". Um die "Spreu vom Weizen" zu trennen, wollen wir Ihnen das Rüstzeug für das Gespräch mit dem Arzt in die Hand geben. Dann können Sie selber erkennen, ob Sie einen wirklichen "Arzt" vor sich haben oder nur einen der vielen Geschäftemacher im weißen Kittel.
Haben Sie keine Angst, gut informiert in ein Gespräch zu gehen. Ein wirklicher
Arzt, der Ihnen helfen will, wird dies schätzen, da er das, was Sie schon wissen, nicht mehr erklären muss. Nur jemand, der es einzig und allein auf Ihre Brieftasche abgesehen hat, scheut den mündigen Patienten, da dieser ja schnell merkt, ob ihm ein optimaler Rat zuteil wird, oder ob er wieder einmal mehr in eines dieser vielen "Verkaufsgespräche" geraten ist, in dem der Mediziner, koste es was es wolle, seine Leistungen so schmackhaft wie möglich präsentiert.
Informationen, wie man einen guten Chirurgen findet, gibt bereits ein meOme-
Artikel. Aus aktuellem Anlass, hier nun ein paar Informationen zur Fettabsaugung:
Hüten Sie sich vor sogenannten Spezialkliniken oder Spezialisten im
Fettabsaugen!
Wer mit der Liposuction (Fettabsaugung) wirbt, hat nur den Gewinn im
Hinterkopf.
Hinterfragen Sie, was für einen Facharzt der "Fettabsauger" besitzt.
Fragen Sie sich ganz ehrlich, ob eine Fettabsaugung wirklich notwendig ist, oder
ob Sie nicht auch mit etwas mehr Disziplin Pfunde verlieren können. Die Restbestände, wie überflüssige Haut können dann operativ beseitigt werden.
Fragen Sie sich, ob Sie sich in Kenntnis aller mögliche Risiken, die von den
"Fettabsaugern" häufig verschwiegen werden, wirklich auf den Operationstisch legen wollen.
Häufig sind "Fettabsauger" gar keine Plastischen Chirurgen oder Ärzte mit der
Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen" sondern Hautärzte oder gar Internisten! Die Dermatologen haben für sich die sogenannte "Operative Dermatologie" geschaffen. Dies ist aber keine zugelassene Zusatzbezeichnung und gewährleistet auch keine sorgfältige Ausbildung im operativen Bereich. Auch bei Kollegen mit der Zusatzbezeichnung "Plastische Operationen" sollte man bedenken, dass ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt in der Regel eine ausreichende Ausbildung im Kopf-Halsbereich hat, also eigentlich Fettabsaugen nur im Gesichtsbereich sein "Revier" ist. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Dies können sein: Kollegen, die sich trotz guter Ausbildung mit einem anderen Facharzt niedergelassen haben oder ältere Kollegen mit fundierter Ausbildung, die ihr Wissen erworben haben bevor es den Facharzt für Plastische Chirurgie und die Zusatzbezeichnungen gab.
Fazit
Fettabsaugen ist trotz gegenteiliger Berichte und neuer Methoden immer noch ein
nicht zu unterschätzender Eingriff, den man nicht leichtfertig vornehmen sollte. Wenn Sie also Fragen zum Thema haben, scheuen Sie sich nicht, diese im Expertenrat zu stellen, denn wie überall in der Medizin gilt hier ganz besonders: Vorbeugen (sich richtig informieren) ist besser als heilen! |