Der Stoff aus dem die Busen sind
von Dr. F. U. Piechotta-Flemming

Wie gefährlich sind Silikonimplantate, welche Alternativen gibt es und kann man mit den falschen
Brüsten ein Kind stillen? Die Antworten finden Sie hier.



Wenn man heute von Brustvergrößerung spricht, denkt man logischerweise gleich an die
Substanz des Implantates: Silikon! Doch dieser Begriff erweckt bei vielen Zeitgenossen
Unbehagen. Denn Silikon dient auch im Baugewerbe als Füllstoff und ist bei der Produktion von
Autolacken, Möbelpolituren und Motorölen wichtig. So fragt sich Frau nicht ohne Grund: Das
soll in meinen Körper rein?
Kleine Stoffkunde: Silikon
Silikon ist eine künstliche Substanz, die sich chemisch ähnlich wie Verbindungen mit Kohlenstoff
verhält: Man kann sie beliebig lang verketten. So bekommt man zuerst dünnflüssige, dann
dickflüssige und, mit zunehmender Kettenlänge, gelförmige, schwammartige und schließlich feste
Silikone!
Die flüssigen Silikone, die früher auch zur Faltenunterspritzung genutzt wurden, sollten nicht mehr
verwendet werden. Sie sind so reaktionsarm, dass sie durch die Gewebespalten durchlaufen und
irgendwann doch vom Körper abgefangen werden. Dann bilden sich häufig an ganz anderen
Stellen als dem Injektionsort so genannte Granulome (kleine, nicht bösartige, aber störende
Geschwülste).

Silikon-Brustimplantate
Die Silikon-Brustimplantate bestehen aus Silkongel, das in einen Silikonbeutel eingeschlossen ist.
Diese Substanz ist dem natürlichen "feeling", eines Busen am ähnlichsten. Kaputt gehen diese
Implantate heutzutage seltener als das normale Gewebe (beispielsweise bei einem Unfall). Bei
spitzen Verletzungen muss man das zerstörte Implantat natürlich entfernen und ersetzen. In der
Regel ist das ohne Komplikationen möglich, da der Köper das Implantat in eine kleine Kapsel aus
Bindegewebe einhüllt.
Haltbarkeit
Muss man die Implantate nach zehn Jahren austauschen? Nein! Dies traf nur für alte Implantate
zu, die noch Mängel in der Hülle aufwiesen. Allerdings sollten die Patienten so aufgeklärt sein,
dass sie nach dem Fabrikat fragen und sich dann sachkundig machen können, ob das implantierte
Produkt von einem guter Hersteller stammt. Schließlich gibt es auch hier – wie überall -
Billigprodukte. Bei einem seriösen Chirurgen bekommen die Patienten einen kleinen Pass
ausgehändigt mit der Produkt- und Seriennummer des Implantates und natürlich dem Namen des
Herstellers.
Gibt es Alternativen zum Silikon?
Die alternativ zum Silikongel in den Handel gebrachten Implantate sind unbrauchbar.
Beispielsweise hat eine Kochsalzlösung, eine ganz andere Konsistenz als der natürliche Busen.
Das bedeutet: Ein Kochsalzimplantat-Busen bewegt sich nicht so, wie ein echter Busen. Zudem
fasst er sich auch anders an. Andere Alternativen (Sojaöl und ähnliches) sind wegen
Nebenwirkungen schon wieder aus dem Handel gezogen worden.
Brustkrebs & Schwangerschaft
Bei korrekter Operationstechnik, die das vorhandene Brustgewebe schont, wird weder die
Vorsorgeuntersuchung (Brustkrebs) noch die Stillfähigkeit beeinträchtigt. Einige Radiologen sind
sogar der Meinung, dass die Mammographie besser zu erkennen ist, da das Brustgewebe wie auf
einem Tablett präsentiert wird. Dies hängt allerdings auch von den Implantationstechniken und
Zugangsschnitten ab.
Wenn sich die Frau aus irgendeinem Grunde entscheidet, das Implantat zu entfernen ist der Busen
natürlich wie vorher: kleiner oder schlaffer plus der natürlich durch diese OP nicht zu
verhindernden Alterung der Brust (zusätzliche Erschlaffung).
Nebenwirkungen
Neben den möglichen Komplikationen einer jeden Operation wie Bluterguss oder Infektion
(letzteres ist hier nahezu ausgeschlossen), kann es zur Bildung einer sogenannten straffen Kapsel
kommen. Diese kann sich bilden, wenn sich das um die Implantathülle gebildete feine
Narbengewebe, die so genannte Kapsel, wie bei äußeren Narben zusammenzieht. Dadurch wird
das Implantat komprimiert und der Busen fühlt sich härter an. Hauptgrund für eine solche
Kapselbildung sind schlechte Operationstechniken und kleinere Blutungen, die dann eine größere
Gewebereaktion hervorrufen.
Wenn der Chirurg seine Patienten ordnungsgemäß betreut und in regelmäßigen Abständen (für
die Dauer von einem Jahr) oder wenn es die Patientin für notwendig hält, nachuntersucht, bemerkt
er als Fachmann sehr schnell eine sich bildende straffe Kapsel, die man dann manuell sprengen
kann. Damit erspart er der Patientin eine teure Nachoperation. Die regelmäßige Nachuntersuchung
für die Dauer von einem Jahr ist notwendig, da die Wundheilung wirklich erst nach einem Jahr
abgeschlossen ist, obwohl in der Regel nach drei Wochen alles gut verheilt ist und man sich
wieder normal bewegen kann.


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