Wir befolgen die HONcode Prinzipien. Verify here.
Facelifting

Facelifting


von Dr. F. U. Piechotta-Flemming

Ewige Schönheit und ewige Jugend wer träumt nicht davon. Facelifting heißt das Zauberwort. Doch wie funktioniert dieser Eingriff eigentlich und welche Möglichkeiten gibt es?


Der englische Ausdruck "Facelifting" trifft den Kern einer gut ausgeführten Operation weitaus besser als das deutsche Pendant "Gesichtsstraffung oder –spannung". Eine Straffung und neue Spannung der erschlafften Haut ist zwar erwünscht, doch ein "Lift" (Hebung) beschreibt den korrekten Vorgang viel klarer.

Vor allem werden dadurch die eigentlichen technischen Hintergründe der Operation leichter verständlich. Um etwas anheben zu können, muss man es erst einmal frei machen, in diesem Falle die Haut von der Unterlage lösen.

"Spannen" der Haut
Spannen kann man die Haut auch ohne Ablösung. Dies erfolgt beim so genannten Minilifting. Hierzu wird nur eine Hautspindel entfernt und durch zusammennähen der Wunde der Rest der Haut wieder gespannt. Dies hat in etwa den gleichen Effekt, als wenn man sich vor dem Spiegel die Haut hoch streicht, um das mögliche Aussehen nach einer solchen Operation zu simulieren. Für den ersten Moment, vor allem bei fortgeschrittener Bindegewebserschlaffung erscheint dies in Ordnung. Beim zweiten Hinsehen bemerkt man aber das unnatürliche maskenhaft verspannte Aussehen. Natürlich ist ein derart ausgeführter Eingriff schnell getan und birgt geringste Risiken. Doch vom Effekt und vor allem der Dauer der "Verjüngung" her gesehen, ist das Ergebnis leider oft nur unbefriedigend.

"Heben" der Haut
Beim "lege artis" (nach den Regeln der ärztlichen Kunst) ausgeführten Facelift muss die gesamte Haut im Gesichtsbereich abgelöst und mit einer neuen natürlichen Spannung wieder befestigt werden. Dazu darf dann auch nur die wirklich überflüssige Haut entfernt werden. Die Bestimmung dieser Hautmenge geschieht am besten mit einem speziellen Maßinstrument. Außerdem muss der Operateur nach sorgfältigster Blutstillung gelegentlich noch etwas Fett entfernen und vor allem auch die ebenfalls erschlaffte Muskulatur straffen.

Die Operation sollte ausschließlich ambulant und in Lokalanästhesie erfolgen, denn dann blutet es weniger, der Patient ist schneller wieder ansprechbar und das Ergebnis ist besser. Die ambulante Behandlung sichert zudem eine schnelle Remobilisierung des Patienten und die liebevolle Pflege der Angehörigen in der gewohnten häuslichen Umgebung. Dies ist für viele mehr Wert, als das bestausgebildetste und netteste Pflegepersonal der Welt in einer ferienparadies-ähnlichen "Schwarzwaldklinik".

Wunderwaffe Gewebekleber

Um das gewünschte Ergebnis noch besser zu erreichen, kann ein Gewebekleber verwendet werden, der aus einem Blutgerinnungsstoff gewonnen wird. Der Kleber ist somit eine 100-prozentige physiologische Substanz, die wieder abbaubar ist. Der "Klebstoff" sorgt dafür, dass die Bindegewebszellen, welche die Wundränder wieder vereinigen, wie an eine Schiene gebunden entlang wachsen, was eine beschleunigte und verbesserte Wundheilung nach sich zieht. Außerdem erspart der Kleber einige innere Nähte. Bei der Lidkorrektur, wo die Haut erheblich dünner ist und es keine Dickedifferenz zwischen den zu vereinenden Wundrändern gibt und wo die Wundränder absolut spannungsfrei geschlossen werden müssen, kann man bei Anwendung des Gewebeklebers ganz auf eine Naht verzichten!

Endoskopisches Lifting

Beim Thema Lifting wird immer häufiger auch vom endoskopischen Lifting gesprochen. Zwar sind bei dieser Methode die äußeren Narben nur sehr klein, doch zieht dies eine größere innere Unterminierung nach sich. Denn irgendwohin muss ja das zu liftende Gewebe verteilt werden, wenn außen die Narben kleiner sind und dadurch weniger Haut weggenommen werden kann. In einem solchen Falle ist der/die Kosmetiker/inpostoperativ ganz besonders gefordert, gilt es doch dann die weitaus größere Narbenfläche durch sanfte Narbenmassage zu behandeln. Dies sollte jedoch nicht vor Ablauf von drei Wochen erfolgen!