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Das schlaue Füchslein

Oper in 3 Akten in deutscher Sprache
Libretto: Leos Janacek
Uraufführung: 6. November 1924 in Brünn

Musikalische Leitung Hans Drewanz
Inszenierung Katharina Thalbach
Bühne, Kostüme Ezio Toffolutti
Chöre Ulrich Paetzholdt
Choreografie Darie Cardyn
.
nach einer Erzählung von Rudolf Tesnohlídek

Das 1924 in Brünn uraufgeführte Werk wird nicht zu Unrecht als " böhmischen Sommernachtstraum"
bezeichnet. Janácek führte im "Schlauen Füchslein" seinen bereits in den Opern "Jenufa" oder "Katja
Kabanowa" entwickelten Personalstil weiter aus. Die Musik besitzt einen sehr individuellen tondichterischen
Charakter. Seit ihrer Uraufführung wird die Fabeloper auf allen Bühnen der Welt gespielt. Die deutsche
Erstaufführung fand 1927 in Mainz statt

Die turbulente Fabel um das Füchslein Schlaukopf und seine Abenteuer stellt auf poetisch-heitere, aber auch
kritische Weise die moralisch gesunde Tierwelt der des Menschen gegenüber. Sie behandelt symbolhaft das
freie, durch keine Zivilisation verbildete ewige Naturgeschehen im Gegensatz zu der in Konventionen und
Intoleranz gefangenen Menschenwelt. Unsere Existenz im Kreislauf der Natur. Großes Thema - kurze Oper!

Diese Fabeloper lebt von der Inszenierung. Wenn man sie nicht als Maerchen, das sie ist darstellt, sondern gar
hypermodern, so verliert sie allen Reiz. Bei allem Respekt vor Janaceks Leistung als Musiker: das „Fuechslein"
nur zu hoeren dafuer waere mir meine Zeit zu schade... Aber hier hat das Genie der Thalbach eine bunte ,
flimmernde, summende Fabelwelt geschaffen die einen schon wegen der gelungenen Optik in ihren Bann zieht.
Akrobaten mit Fell und Flügelchen turnen in einem regelrechten Dschungel-Dickicht Eine Aufführung zum
Abtauchen und Träumen. Doch bei allem Spaß landet Katharina Thalbach nie in Disneyland. Es ist einfach
pralles, rundes Musiktheater. Ein Problem ist freilich das Textverständnis. Janáceks reiche Klangsprache macht
es bisweilen unmöglich, das Deutsche herauszufiltern. Daher gut geloest, dass der „Frosch" die wichtigsten
Texte vorliest.
Katharina Thalbach, 1954 in Berlin geboren, gehört zur Elite der deutschen Schauspielerinnen. 1987 hat sie ihre
zweite erfolgreiche Karriere gestartet: Sie arbeitet seitdem auch als Theaterregisseurin. An der Deutschen Oper
in Berlin führte sie bereits im Jahr 2000 die Regie für die Oper „Das schlaue Füchslein".
Katherina Thalbach sagte einmal in einem Interwiew mit der Saarbrueckener Zeitung: „Furchtbar. In Berlin
befassen sich Leute mit der Kultur, die sich überhaupt nicht dafür interessieren. In London, New York
oder Paris wäre das undenkbar. Unsere Politiker sind von einer Provinzialität, die man sich nicht bieten
lassen sollte. Die Kultur muss man Fachleuten überlassen!" Womit sie Recht hat! Es ist bestimmt nicht gut
fuer unsere Kulturlandschaft, wenn der Intentdant eines der fuehrenden Opernhaueser der Welt nach so kurzer
Zeit wieder geschasst wird, weil die „Besucherzahlen", das einzige was man „oben" sehen kann, nicht stimmen.
Nun fuer die „Zahlen" griff Zimmermann auf einen Renner vor 2 Jahren, vor seiner Zeit, zurueck. Es ist
wahrscheinlich auch das beste , was er tun konnte, denn es sind ja auch kaum zumutbare Arbeitsbedingungen,
wenn der Kultursenator Thomas Flierl ihm Ioan Holender, den Intendanter der Wiener Staatsoper, ungefragt als
Berater zur Seite stellt. Gluecklicherweise haelt da die Kunst offensichtlich zusammen. Die neuste Meldung
besagt: drei Berliner Opernchefs sind sich einig. Weder Udo Zimmermann von der Deutschen Oper Berlin, noch
Peter Mussbach von der Staatsoper Unter den Linden und auch nicht Albert Kost von der Komischen Oper
werden sich künftig mit Kultursenator Flierl an einen Tisch setzen. Bravo! (Anmerkung des Rezensenten) Dies
kündigten sie in einem Brief an, der am Wochenende in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde. Sie
wehren sich darin gegen das von Flierl vorgeschlagene Drei-Säulen-Modell, das eine Zusammenlegung aller drei
Häuser vorsieht.
Doch das ist ein anderes Stueck, das Kulturdrama Berlin, das hier nur am Rande erwaehnt sein solle. So
kann ich nur mit Katharina Thalbach sagen:

„Berlin ist meine Stadt und die würde ich auch lieben, wenn es hier nur schlechtes Theater gäbe."

Doch missverstehen Sie mich nicht, die Leistungen des gesamten teams der Deutschen Oper waren
hervorragend, der Abend ausverkauft --- man sah den Akteuren, Erwachsenen wie mitwirkenden
Kindern an, dass es ihnen einene Riesenspass machte und das Publikum war begeistert, also ein voller
Erfolg. Allerdings war es eine Reprise eines Erfolges, die zum Glueck geklappt hat, doch wie sieht die
Zukunft der Deutschen Oper aus? Die Schliessung eines der drei Haeuser ist noch nicht vom Tisch.
.

Katherina Thalbach