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Wölfe und Schafe
von Alexander N. Ostrowskij
Deutsch von Wolf Christian Schröder
Regie Volker Hesse
Bühne Halina Kratochwil
Kostüme Gerhard Gollnhofer
Musik Sabine Worthmann
Mit Anna Kubin, Monika Lennartz, Jacqueline Macaulay, Ursula Werner; Ulrich Anschütz, Hilmar Baumann, Tim Hoffmann, Fabian Krüger, Michael Lucke, Marcus Mislin, Frank Streffing
Premiere am 13. September 02 im Maxim Gorki Theater
Die erste Premiere der 51. Spielzeit am Gorki-Theater inszeniert der Intendant selbst. Er greift zu einer der bekanntesten Komödien von Alexander N. Ostrowskij, die zu ihrer Entstehungszeit auf den gesellschaftlichen Umbruch in Russland nach 1861 reagierte.
Ursula Werner spielte eklig-schön das alte «gnädige Fräulein», die Gutsbesitzerin Mursawézkaja. Diese will mit Betrug und Intrige an das Geld der steinreichen und schönen Witwe Kupáwina kommen und sie daher mit ihrem etwas unterbelichteten Neffen Apollón verheiraten. Apollón wird von Fabian Krüger brilliant sprachlich und akrobatisch, ja kaskadeurhaft, in seiner Unbeholfenheit verkörpert. Sein einziger Gedanke ist, wo er immer kann, Geld für Alkohol zu schnorren. Für die Ehe ist er absolut ungeeignet.
Die von der Tante als Opfer anvisierte Witwe wird von Jacqueline Macaulay gespielt, ein elegant sehr reizvolles Weibchen, aber derart unbedarft, daß sie bedenkenlos Blankowechsel unterschreibt. Wunderbar klischeehaft als schön aber doof gezeichnet und gespielt .Anna Kubin, als arme Verwandte, der garstigen Mursawézkaja, schmeißt sich an den erklärten Junggesellen Lynjájew (Marcus Mislin), um in luxuriös gesicherte Verhältnisse zu gelangen.
Es ist eine wahrhaft erfrischende Aufführung, die mit einem Augenzwinkern und nicht dem hochgestreckten Zeigefinger, auf die menschlischen Schwächen aufmerksam macht. Hier hauptsächlich die Habgier. Sind wir doch alle Wölfe und jeder versucht jeden zu fressen. Sogar am "helllichten Tage", wie es im Ausklang des Stückes heißt, als der arme Apollón blutverschmiert rührend den Tod seines kleinen Hundes beweint indem er das Lied "Mein Hut, der hat drei Ecken in Mein Hund, der hat drei Beine" vor sich hinsingt, denn eines wurde dem leibhaftig wie ein Zirkustier auf der Bühne auftretenden Westi von den Wölfen ausgerissen. Ich meine, das Hesse hier eine herrliche Inszenierung gelungen ist, die leider von den Kritikern im vorigen Jahr nicht genügend gewürdigt wurde --- oder war sie und die Schauspieler da schlechterr? Das kann ich nicht glauben
Schauspielausbildung an der Filmhochschule Babelsberg, Anfängerjahre in Bautzen, dann in Halle. Seit 1968 festes Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters. Während der aktuellen Spielzeit zu sehen in: Effi Briest, Die Möwe, Was mer kennt‘ machen (Solo), Cash, Wölfe und Schafe, Jud Sauer und ab April in Die letzte Botschaft des Kosmonauten an die Frau, die er einst in der ehemaligen Sowjetunion liebte.
aufgewachsen in der Schweiz; Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Zürich. Mitglied der Freien Theatergruppe 400asa. Während der laufenden Spielzeit zu sehen in: Neue Mitte, Cash, Gespenster, Republik Vineta, Wölfe und Schafe, Romeo und Julia
Anna Kubin
Schauspielausbildung an der HdK Berlin (heute UdK). Rollenengagement am Frankfurter Schauspielhaus. Seit der laufenden Spielzeit festes Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters. Derzeit zu sehen in: Wölfe und Schafe, Romeo und Julia, Damen der Gesellschaft
Ausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Stuttgart. Engagements u.a. am Schauspielhaus Zürich, Théâtre National du Luxembourg und Deutschen Theater Berlin. Seit 1998 festes Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters. Während der laufenden Spielzeit zu sehen in: Cash, Gespenster, Wölfe und Schafe, Romeo und Julia.
Schauspielstudium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (heute »Ernst Busch«). Engagements am Landestheater Halle und Berliner Kabarett "Die Distel". Seit 1974 festes Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters. Während der laufenden Spielzeit zu sehen in: Die Möwe, Cash,