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Hans Neuenfels

Die Taube wurde freundlicherweise von dem bekannten Journalisten und Schriftsteller Franz Alt für uns freigegeben

La Traviata Giuseppe Verdi

La Traviata Giuseppe Verdi

.Melodramma in 3 Akten in italienischer Sprache - mit deutschen Übertiteln
Libretto: Francesco Maria Piave
Uraufführung: 6. März 1853 in Venedig

Musikalische Leitung Roberto Rizzi Brignoli [2., 5., 9. Okt.] / Gregor Bühl [30. Dez.; 3. Jan.] / Marc Piollet Inszenierung Götz Friedrich Bühne Frank Philipp Schlößmann Kostüme Klaus Bruns Chöre Hellwart Matthiesen . Violetta Valéry Inva Mula [2., 5., 9. Okt.] /
Stefania Bonfadelli [30. Dez.; 3. Jan.] /
Darina Takova [29.März]
Andrea Rost [ 1., 4. April]
Alfredo Germont Tito Beltrán [2., 5., 9. Okt. ] /
Marius Brenciu [30. Dez.; 3. Jan.] /
Keith Ikaia-Purdy [29. März, 1., 4. April] Giorgio Germont
Lado Ataneli [2., 5.Okt, 3. Jan.]
Ambrogio Maestri [30. Dez.]
Roberto Servile [29. März, 1., 4. April]
Stefano Antonucci [9. Okt.] Flora Bervoix
Laure de Marcellus
Anne-Marie Seager [4. April]
Annina Andion Fernandez Gastone Jörg Schörner / Burkhard Ulrich Barone Douphol Lenus Carlson / Markus Brück
Taras Konoshchenko [29.3./1.4.]
Marquis d'Obigny Josef Becker Dottore Grenvil Peter Klaveness / Roland Schubert Un messagero Klaus Lang

 

 

Es liegt mir fern einen bekannten Kritiker wie Georg Friedrich Kühn, anzugreifen --- dazu habe ich weder ausreichende Fachwissen noch Kompetenz, aber , wenn ich seine Rezension lese:

"Am Fleischerhaken / Berliner Verdi-Wochenende (für FR 24.11.99)":

"Ein einziges schönes Bild hat die neue Traviata der Deutschen Oper, das Anfangsbild" und : "was Hausherr Götz Friedrich ... sich ansonsten ausgedacht hat, reiht Klischee an Klischee." , dann muß ich einfach dagegenhalten! Es scheint fast so, als ob die routinierten Kunstkenner Symptome von Süchtigen aufweisen: sie verlangen nach immer mehr und stärkeren Dosen der Droge "Kunst", geiern ständig nach dem "ultimativem Kick"... Ein Kritiker muß aber nicht nur seinen Bedürfnissen Rechnung tragen (ein Künstler kann das schon eher). Er muß sich auch in die Lage des Publikums versetzen können und es nicht u. U. als ungebildete "Bildungsbürger" betrachten, lebt auch er ja schließlich von den Eintrittskarten, die diese Banausen kaufen ---- und die, wozu auch ich mich rechne, fanden die Inszenierung stimmig, voller versteckter Symbolik: einfach "zum sterben schön", wie Götz Friedrich die Traviata in seinem Opernführer charakterisierte.

Erst einmal: La Traviata ist eine Oper, die vom Sterben erzählt. Daher ist das schwarze sargähnliche Bühnenbilld mit dem an schwarzen Marmor ähnelnden Fußboden absolut passen. Das alles wurde durch die teils ausgelassenen bunten Kostüme und den Wirbel der nachfolgenden Szenen überdeckt, um dann im Schlußakt überdeutlich in Erscheinung zu treten. Der Verfall der Räumlichkeit, das im rechten oberen Winkel in die Scheibe gefallene überdimensionale Kreuz, der Ausblick auf einen Friedhof mit Grabsteinen und Urnen anstelle des Kiefernwäldchens....Da können nur Gefühlose oder unter "overdose" stehende nichts empflinden...Hinzu kommt, daß diese vorletzte Inszenierung (Premiere: 20.11.1999)

von Götz Friedrich einem Prolog seines eigenen Todes ein Jahr später ( 12.12.2000) gleicht. (Seine letzte Inszenierung "Amahl und die nächtlichen Besucher" Premiere am 08.12.2000 ist ja hauptsächlich für Kinder gedacht, eine etwas andere Weihnachtsgeschichte...) Er, der große Wagnerianer, wählte dafür nicht ein grandioses Heldenepos nein er entschied sich nach rund vierzig Inszenierungen in Berlin für den heiter-melancholischen Abgang zu den alle ansprechenden Klängen des unsterblichen Verdi.

Nein Klischee ist ein Wort, das Götz Friedrich gar nicht kannte. Hier sei nur in Erinnerung gebracht: . In keinem Opernhaus gäbe sich Publikum heute noch mit "Konzert im Kostüm" mit hilfloser Gestik zufrieden. Die Sänger mußten wirklich agieren, teils in unmöglichen Positionen singen, teils war einem Sänger ein zweiter Akteur beigesellt, so daß der Eindruck eines Duettes entstand – das aber gar nicht gesungen wurde! Daß dies jetzt alles "normal" erscheint, ist einer der größten Verdienste von Götz Friedrich.

Heute ist man der Ansicht, eine Kunstanstalt müsse nur von gewieften Managern geleitet werden deren einziger Qualitätsmaßstab die Besucherzahl ist. Richtig ist zwar, daß ohne kluges Management die beste Sache der Welt (vergleiche den Bankrott des Bistums Berlin...) den Bach runter geht. Da sollte ein Finanzbeirat helfend zur Seite stehen. Doch statt eines "Geldmenschen" oder gar eines parteipolitischer Günstlings, müssen die Richtung immer noch die Künstler angeben und Götz Friedrich war einer – genauso wie sein Nachfolger Udo Zimmermann. Beide wurden in das Sog einer zusammenbrechenden desaströsen Politik gezogen, die Hunderttausende ihre Existenz kostete und der letzendlich auch die Kunst zum Opfer fallen wird. Götz Friedrich erlebte zu seinem eigenen Glück nur den Anfang vom Ende...

Am 01.04.03, dem Abend meines Besuches, brillierte, wie immer, der großartige Chor und das Orchester der Deutschen Oper. Ein absolutes Highlight war Darina Takova als Violetta, aber die werden jetzt neugierig gemachte leider nicht wieder in der Traviata hören können, zumindest, was die Nahplanung anbelangt. Und natürlich Verdi.... (Daten unter:Seite_27x.htm

Handlung

Erster Akt

Im Haus der bekannten Halbweltdarne Violetta wird ein Fest gefeiert. Alfred singt ein feuriges Lied, das alle enthusiastisch beantworten. Als Violetta, die wahrscheinlich an Tuberkulose leidet, sich wegen eines Schwächeanfalles zurückzieht, gesteht Alfred ihr seine Liebe. Nachdem alle gegangen sind denkt Violetta an ihr bisheriges Leben und bemerkt ungläubig, daß auch sie Alfred liebt.

2. Akt

Erstes Bild: Auf einem Landgut in der Nähe von Paris wohin sich Alfred mit Violetta zurückgezogen hat, erscheint überraschend Alfreds Vater und verlangt von Violetta auf seinen Sohn zu verzichten, weil sonst seine Tochter, wegen Violettas lockerem früheren Lebenswandel, von ihrem Bräutigam verlassen werde. Violetta nimmt von Alfred Abschied und kehrt heimlich nach Paris zurück. Sie läßt durch einen Boten bestellen, dass sie ihr früheres Leben wieder aufnehmen will. Alfred folgt, blind vor Wut, seiner Geliebten nach Paris.

Zweites Bild: Alfred findet Violetta, wie angenommen, in Floras Salon wieder. Er ist überzeugt, dass Violetta , die ihm versucht ihren Verzicht auf sie anzudeuten, lügt und fordert sie auf, ihm zu sagen, wem sie geschworen hat, auf ihn zu verzichten. Violetta gibt vor, den Grafen Douphol Treue gelobt zu haben, was ja wie wir wissen nicht stimmt. Alfred ruft die Gesellschaft zusammen und wirft Violetta seine im Spiel gewonnenen Banknoten für "geleisteten Dienste" vor die Füße. Der Baron fordert Alfred zum Duell auf und Violetta sinkt ohnmächtig zu Boden.

3. Akt

Violettas Krankheit hat sich durch die Aufregung verschlimmert. Todkrank und fast mittellos nimmt sie Abschied vom Leben und auch die mildtätige Lüge des sie immer noch treu besuchenden Arztes, der baldige Genesung in Aussicht gestellt hat, kann an ihrer Vorahnung des baldigen Todes nichts ändern. Da bekommt Violetta einen Brief, aus dem sie erfährt, dass Alfred das Duell überstanden hat und zu ihr zurückkommen will. Noch einmal kehren Violettas Kräfte zurück, die beiden Liebenden träumen, träumen von einer Zukunft, die sie in diesem Leben nie erreichen werden. Der nun auch erscheinende Vater von Alfredo sieht erschüttert und seiner Mitschuld bewußt, wie Violetta in den Armen seines Sohnes stirbt.