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Berliner Sinfonie-Orchester
Samstag, 26.04.2003 - Großer Saal - 20:00 Uhr
Jean Sibelius: "Tapiola" - Sinfonische Dichtung op. 112; Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47 Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67
Vadim Repin, Violine
Michael Gielen
"Das ist (Vadim Repin) schlichtweg der beste und perfekteste Geiger, den ich je gehört habe", schwärmte sogar Yehudi Menuhin. " ( Für die Violinkonzerte 2, 3 und 5 von Mozart mit dem Wiener Kammerorchester unter der Leitung von Yehudi Menuhin gewann er 1999 den Echo Klassik Preis ‘Instrumentalist des Jahres.) Solch ein Lob aus so berufenen Munde will schon etwas heißen. Und dann dieser sagenhafte Klang der Geige. Ich hatte mich wie immer ein wenig auf den Inhalt des Konzertes vorbereitet und daher das Programm nicht ausgiebig studiert, wußte also nichts von dem wertvollen Instrument...Auch meine Begleitung sagte nach dem Violinkonzert zu mir: "Was für ein Klang! Das muß ja eine wundervolle Geige sein!" Wie Sie schon bemerkt haben werden, kam hier beides zusammen.
Lassen Sie mich in dieser etwas anderen Rezension am Anfang eine Zusammenfassung des Abends geben: Es war ein Abend von allerhöchster künstlerischer Qualität: ein Dirigent und ein Orchester der Spitzenklasse,ein Solist von internationalem Niveau und dann noch ein Programm betsehend aus Meisterwerken: Zuerst die lieblich-kraftvolle sinfonische Dichtung Tapiola von Jean Sibelius. Man kann den Waldgeist, den Tapiol und alle Feen und Trolle nicht nur akustisch wahrnehmen, man scheint sie fast zu sehen...Danach das Violinkonzert d-moll, auch von Sibelius, die mit ihren hochschwierigen Passagen, Doppelgriffen und Kadenzen wie zugeschnitten scheint auf das virtuose Talent von Rapin. Nach der Pause dann die Schicksalssonfonie von Beethoven, die, trotz ihres hohen Bekanntheitsgrades ein wahres Erlebnis und gewaltigen Abschlusss des Abends darstellte.
Der Künstler: Vadim Repin

Geboren in Siberien, begann er, erst muß man heute ja schon fast sagen, mit 17 Jahren seine internationale Karriere. Seit dem hat er mit allen großen Musikorchestern konzertiert: the Boston Symphony, the Cleveland Orchestra, La Scala Milano, the Los Angeles Philharmonic, the Orchestre de Paris, the Royal Concertgebouw Orchestra, San Francisco Symphony, l` Orchestre de la Suisse Romande and the St. Petersburg Philharmonic. Hier eine Auswahl von berühmten Dirigenten unter denen er konzertierte: Boulez, Bychkov, Chailly, Dutoit, Eschenbach, Gergiev, Jansons, Krivine, Levine, Luisi, Marriner, Masur, Mehta, Nagano, Rattle, Rostropovich, Rozhdestvensky, Temirkanov.
Prämiert ist seine Einspielung des 1. Violinkonzertes von Schostakowitch und das Violinkonzert No.2 von Prokofiev bei Erato/Warner Classics unter Kent Nagano. Vadim Repin`s Einladung zur Hochzeit zu spielen bei Prinz Willem Alexander der ließen ihn durch die Regenbogenpresse auch der Laienöffentlichkeit bekannt werden, zumindest für kurze Zeit....
Das Instrument: "die" Stradivari
Hier nun zum besseren Verständnis, worum es eigentlich geht ein kleiner Exkurs zu den "Stradivaris":
Es spricht für sich, daß die Stradivarius Society of Chicago Vadim Repin z. Zt. die wertvolle Stradivari ‘Ruby’ 1708 zur Verfügung gestellt hat. Nach meinen Informationen hat er vorher die "Burstein, Bagshawe", ebenfalls aus dem Jahre 1708 gespielt. Insgesamt hat die Gesellschaft nur rund 20 Geigen, die sie als Leihgaben an bekannte Künstler vergibt. Der Wert einer dieser Geigen beträgt zwischen ein bis zwei Millionen(!) US-Dollar!! Daher ist es heute Usus, Spitzenvirtuosen Instrumente von Stradivari oder Guarneri del Gesu auf Lebenszeit zu leihen. Neben der erwähnten Gesellschaft gibt es noch japanische, koreanische und österreichische Konzerne und Stiftungen sowie einige "Privatbsitzer", die dies, nur nicht ganz so spektakulär wie die o.a. Gesellschaft es macht. Aber die möchte ja auch zahlungskräftige Mitglieder und Spender werben. Wie bei vielen "wohltätigen" Organisationen bleibt da sicher einiges in der "Verwaltung" hängen.. Aber...der Erfolg rechtfertigt die Mittel: die Künstler und das Publikum profitieren davon, daß diese Prachtstücke zum Klingen gebracht werden können.. Was unterscheidet nun eine Stradivari von einer "normalen" Geige:
Viele schreiben die hervorragenden Klangqualitäten dieser Instrumente einem verloren gegangenen Geheimnis der Lackierung zu. Dieses Argument ist nicht ganz zu entkräften:
Es gab und gibt noch erbitterte Debatten über den wahren Geigenlack aus Cremona, die zahllose Bücher und Fachzeitschriften gefüllt haben. Es gibt aber auch Autoren, die den Klang auf das lange Wässern des verwendeten Holzes zurückführten oder die der Meinung sind, daß es sich bei der verwendeten Holzsorte um eine ausgestorbene Pflanzenspezies handelt.
Ein generelles Problem ist, daß geigenbautechnische Aufzeichnungen erst einige Jahrzehnte nach 1750 vorliegen. Erst mit dem Jahre 1809 gab es eine erste Geigenbauanleitung durch Jacob August Otto. J. A. Otto erwähnt allerdings auch, daß "die Alten" Bernsteinlack benutzt hätten
Der Dirigent: Michael Gielen:
Die musikalische Leitung hatte an diesem Abend souverain Michael Gielen
Michael Gielen
, geboren 1927 in Dresden, stammt aus einem Künstlerhaushalt. Der Vater war ein erfolgreicher Theater- und Opernregisseur. Die Mutter war Schauspielerin. Als Halbjude mußte er zu Beginn des Krieges auswandern. Die Familie ging nach Argentinien. Gielen kam erst mit 25 zu seinem ersten Dirigat, nachdem er vorher Jahre lang nur korrepetiert hatte. Er sagt von sich selber:
" Ich war immer ein Außenseiter in allen Belangen, seit der Schulklasse, wo ich nicht richtig reingehörte. Entweder als Halbjude oder als Deutscher in Argentinien. Es gab immer einen Grund, warum ich nicht in die Gemeinschaft gehörte. Und meine künstlerische Persönlichkeit ist auch nicht gerade pflegeleicht. Das weiß ich ja. Darum verlange ich auch gar nicht, geliebt zu werden. Aber es gibt doch eine Gemeinde, die sich das gerne anhört." und "Wenn die Idee, die einem ganzen Leben zugrunde liegt, keine kommerzielle ist, dann kann man ja nicht verlangen, dass die großen Firmen sich um einen reißen. Also ich bin ganz einverstanden mit diesen großen Firmen. Und ich bin eher überrascht über die Karriere, die ich gemacht habe." Besser kann man ihn nicht charakterisieren !
So richtig zum Vorschein kam dann an dem Abend auch das Genie von Gielen bei Beethovens 5-ter:
Wie ein junger Wilder stürmte er das Pult und, kaum angekommen, ging es auch schon los. Aber wie! Karajan, mit seiner für mich bislang unerreichten Einspielung mit den Berliner Philharmonikern, hätte ihm freudig die Wange zum Bruderkuß gereicht, was heißt die Wange, beide! Auch hierzu noch einmal Gielen selber: "Beethoven wurde ja von allen viel zu langsam gespielt, und das hatte fatale Auswirkungen auf die Gesamtdarstellung. Wenn der erste Satz der Fünften statt mit dem von Beethoven angegebenen Metronom Halbe=108 (ganze Takte) – oder auch mit 100, was ja immer noch sehr schnell ist – nur mit 80 oder noch langsamer dirigiert wird, dann ist das Ganze ein anderes Stück."
Die Komponisten:
Jean Sibelius (1865-1957)
Der finnische Komponist Jean Sibelius
wurde am 8.12.1865 in Hämeenlinna geboren. Am Konservatorium in Helsinki studierte er Violine und Komposition mit dem Ziel Geiger zu werden. 1889/90 wechselte er nach Berlin und Wien Sein erstes Konzert mit eigenen Kompositionen wurde 1892 aufgeführt. Sibelius widmete sich anfangs vor allem dem finnischen nationalromantischen Musikstil. Weltbekannt wurde Sibelius durch Werke wie die "Karelia-Suite", "Finlandia" oder "Valse triste". Das anfängliche Mißtrauen und Unverständnis seinen Werken gegenüber in der eignen Heimat schlug dann aber bald in sklavische Begeisterung um, die dann in der Gewährung einer Ehrenpension auf Lebenszeit in Finnland gipfelte. Offensichtlich war dies nicht der richtige Weg, denn seine letzten großen Werke (7. Symphonie, "Taipola") entstanden 1924 und 1926Danach hörte er mit dem Komponieren auf. Es ist zwar nicht richtig in der Kunst die finanziellen Bedürfnisse als Grundlage zum Schaffen zu machen, aber einen kleinen Anreiz bekamen viele bekannte Künstler wohl doch dadurch. Man mußte dann halt die Trivialkompositionen aussortieren: so z.B. bei Bach oder Mozart. Jean Sibelius lebte aber geehrt und unproduktiv bis zum 91-ten Lebensjahr in Järvenpää bei Helsinki
Ludwig van Beethoven
Klavier-Trio Nr. 10 (Variationen über ein eigenes Thema in Es-Dur), 1792 Lieder, 1805 Rondos, 1797/98 Romanze für Violine, 1798 Klaviersonaten, 1792 Lieder, 1802 Violin-Sonate Nr. 9 "Kreutzer" A-Dur, 1802 Klavier-Trios, 1808 3 Märsche, 1803 für 4-händig Symphonie Nr. 3 "Eroica" Es-Dur, 1805 Prometheus: Ouverture und Ballet-Musik, 1801 Notturno D-Dur, 1803 für Viola und Klavier Serenade, 1803 für Klavier und Flöte oder Violine in D-Dur Romanze für Violine G-Dur, 1802 Zwei Präludien durch alle 12 Tonarten, 1789 Klavier-Trio Nr. 8 Es-Dur, 1795 Ouverture - Coriolan, 1807 Klavier-Trios, 1795 Sonate für Klavier und Violincello Nr. 3 A-Dur, 1808 Symphonie Nr. 6 "Pastorale" F-Dur, 1808 Symphonie Nr. 5 c-moll, 1808 Variationen für Cello über Mozart's `Ein Maedchen oder Weibchen', 1796 Arie - Ah perfido!, 1796 Klavier-Sonate Nr. 21 "Waldstein" C-Dur, 1803 Arrangement des Streichquintetts op. 4 für Klavier-Trio, 1806 Klavier-Sonate Nr. 22 F-Dur, 1804 Konzert für Violine und Orchester D-Dur, 1808 Symphonie Nr. 4 B-Dur, 1807 Streichquartette, 1806 Klavier-Konzert Nr. 4 G-Dur, 1807 Klavier-Sonate Nr. 23 "Appassionata" f-moll, 1805 Tripel-Konzert C-Dur, 1805 Fünfzehn Variationen und eine Fuge für Klavier über ein eigenes Thema (Eroica) Es-Dur, 1802 Arrangement des Klavier-Trios op. 3 für Klavier und Cello, 1807 Streichtrios, 1798 Klavier-Konzert Nr. 3 c-moll, 1803 Quintett für Klavier und Bläser, 1796 Klavier-Konzert Nr. 1 C-Dur, 1795 Klaviersonaten, 1799 Klavier-Sonate Nr. 8 "Pathetique" c-moll, 1799 Violinsonaten, 1798 Streichquartette, 1800 Klaviersonaten, 1798 Klavier-Konzert Nr. 2 B-Dur, 1795 Serenade für Streichtrio D-Dur, 1797 Klavier-Sonate Nr. 4 Es-Dur, 1797 Klavier-Sonate für 4 Hände, 1797 Sonaten für Klavier und Violincello, 1796 Streichquintett Es-Dur, 1795 Streichtrio Nr. 1 Es-Dur, 1794 Klaviersonaten, 1796 Klarinettentrio Nr. 4 B-Dur, 1798 Klaviersonaten, 1801 Bläsersextett in Es Es-Dur, 1796 Sechs Variationen für Klavier über ein eigenes Thema F-Dur, 1802 Sieben Bagatellen für Klavier, 1802 Lied - An die Hoffnung, 1805 Klaviersonaten, 1802 Violinsonaten, 1803 Horn-Sonate F-Dur, 1800 Klavier-Sonate Nr. 15 D-Dur, 1801 Symphonie Nr. 2 D-Dur, 1803 Klavier-Sonate Nr. 12 As-Dur, 1801 Serenade D-Dur, 1801 für Flöte, Violine und Viola Violin-Sonate Nr. 5 "Frühling" F-Dur, 1801 Violin-Sonate Nr. 4 a-moll, 1801 Klavier-Sonate Nr. 11 B-Dur, 1800 Symphonie Nr. 1 C-Dur, 1800 Septett Es-Dur, 1799 Streichquartett C-Dur, 1801 Klavier-Sonate Nr. 32 c-moll, 1822 Ouverture - Leonore 1, 1807 Lied - Elegischer Gesang, 1814 Singspiel - König Stephen, 1811 Vokal-Trio mit Orchester - Tramte, empi tremate, 1802 Ouverture - Zur Namensfeier, 1815 Die Weihe des Hauses, 1822 33 Variationen über einen Walzer von Diabelli C-Dur, 1823 Lied - Meeresstille und glueckliche Fahrt, 1815 Lied - Bundeslied, 1824 Klavier-Sonate Nr. 31 As-Dur, 1822 Klavier-Sonate Nr. 30 E-Dur, 1822 25 Schottische Lieder, 1818 Zehn Variationsreihen, 1820 für Klavier und Flöte Klavier-Sonate Nr. 29 "Hammerklavier" B-Dur, 1818 Streichquintet (Arrangement des Klavier-Trio Nr. 3) c-moll, 1817 Singspiel - Die Ruinen von Athen, 1811 Rondo Capriccio ('Wut über den verlorenen Groschen') D-Dur, 1795 Streichquintett (Fuge) D-Dur, 1817 Kantate - Der glorreiche Augenblick, 1814 Steichquartett Nr. 16 F-Dur, 1826 Arrangement der Grossen Fuge op. 133, 1826 für 4-händig Grosse Fuge für Streichquartett B-Dur, 1826 Steichquartett Nr. 15 a-moll, 1825 Ef neue Bagatellen, 1822 Steichquartett Nr. 13 B-Dur, 1825 Bläseroktett in Es, 1792 Lied - Der Kuss, 1822 Steichquartett Nr. 12 Es-Dur, 1825 Sechs Bagatellen, 1824 Symphonie Nr. 9 (mit Schlusschor "An die Freude") d-moll, 1824 Ouverture - Die Weihe des Hauses, 1822 Messe (Missa Solemnis) D-Dur, 1822 Steichquartett Nr. 14 cis-moll, 1826 Polonaise C-Dur, 1814 Klavier-Sonate Nr. 24 Fis-Dur, 1809 Klavier-Sonate Nr. 25 G-Dur, 1809 Chor-Fantasie, 1808 für Soli,Chor,Klavier u. Orchester Sechs Variationen für Klavier über ein eigenes Thema D-Dur, 1809 Lieder, 1809 Lieder, 1809 Lieder, 1810 Egmont (Ouverture), 1810 Oratorium - Christus am Ölberge, 1804 Sechs Variationsreihen, 1819 für Klavier und Flöte Streichquartett Nr. 10 Es-Dur, 1809 Sonaten für Klavier und Violincello, 1815 Fantasie, 1809 Lied - Das Gluck der Freundschaft, 1803 Messe C-Dur, 1807 Klavier-Sonate Nr. 27 e-moll, 1814 Wellington's Sieg, 1813 Symphonie Nr. 7 A-Dur, 1813 Symphonie Nr. 8 F-Dur, 1814 Lied - An die Hoffnung, 1815 Streichquartett Nr. 11 "Serioso" f-moll, 1810 Violin-Sonate Nr. 10 G-Dur, 1812 Klavier-Trio Nr. 7 B-Dur, 1811 Lied - An die ferne Geliebte, 1816 Lied - Der Mann von Wort, 1816 Lied - Merkenstein, 1814 Klavier-Konzert Nr. 5 Es-Dur, 1809 Klavier-Sonate Nr. 28 A-Dur, 1816 Trio C-Dur, 1795 für 2 Oboen und Englisch-Horn Klavier-Sonate Nr. 26 "Les Adieux" Es-Dur, 1809 Klavier-Trio Nr. 11 (Variation über `Ich bin der Schneider Kakadu'), 1803 Oper - Leonore (mit Ouverture Leonore Nr. 2), 1805 Sextett in Es, 1795 Oper - Leonore (mit Ouverture Leonore Nr. 3), 1806 Lied - Opferlied, 1822 Oper - Fidelio, 1814