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Die Zauberföte
Wolfgang Amadeus Mozart -
Uraufführung: 30. September 1791 in Wien
Premiere der Neuinszenierung an der Deutschen Oper Berlin: 24. September 1991
Inszenierung: Günter Kraemer
Bühne und Kostüme: Andreas Reinhardt
14. Sept.; 16., 31. Okt.; 9., 13., 23. Nov. 2002;
13., 22. Febr.; 8. Maerz; 17., 27. April; 15. Mai; 21. Juni 2003
Um sich noch einmal über den meist auch in Laienkreisen bekannten Inhalt der Oper zu informierren verweise ich auf die website der Deutschen Oper Berlin http://www.deutsche-oper.berlin.de/home/rep_oper/zauberfloete/zauberfloete.htm
Hier nun der generelle Eindruck: ein gelungener Abend, sowohl was die Inszenierung von Günter Kraemer als auch die Saenger und das Orchester anbelangt. Kraemer war es gelungen die bekannte Oper so "neuzuverpacken", daß die modernen Elemente dennoch nicht an dem symboltraechtigen, geheimnisvollen Kern der Oper. Sie dienten, vor allem durch den auflockernden Publikumseinbezug des Papageno, eher dazu, daß vor allem die jüngeren Zuschauer nicht innerlich sagten: oh Gott, was für veralteter Firlefanz!

Günter Kraemer
(Bild und Biographie entnommen folgender Seite:http://www.buehnenkoeln.de/)führt zunaechst Schauspielregie in Wiesbaden, Hannover, Berlin und Stuttgart, ehe er 1984 Leiter des Bremer Schauspiels wird. 1990 wechselt er als Intendant nach Köln, wo er seit 1995 als Generalintendant auch die Oper leitet und 2002 auf eigenen Wunsch vorzeitig seine Taetigkeit beendet. Mit der Inszenierung von Kreneks "Karl V." in Darmstadt beginnt Günter Kraemer seine Karriere als Opernregisseur. Er inszeniert seither an den großen Opernhaeusern u.a. in Hamburg, Düsseldorf, München, Berlin, Wien und Paris sowie bei den Festspielen in Bregenz und Spoleto. Zu seinen wichtigsten Operninszenierungen zaehlen u.a. "Die Zauberflöte" und "Die Entführung aus dem Serail" (Mozart), "La traviata", "Macbeth", "Nabucco" (Verdi), "Die tote Stadt" (Korngold), "Die Gezeichneten" und "Die Schatzgraeber" (Schreker), "Le roi Arthus" (Chausson), "Dialogues des Carmélites" (Poulenc), "Katja Kabanowa", "Jenufa" und "Die Sache Makropulos" (Janácek), "Lady Macbeth von Mzensk" (Schostakowitsch), "Der junge Lord" (Henze), "La Juive" (Halévy) sowie von Richard Wagner "Der Ring des Nibelungen", "Parsifal", "Tristan und Isolde". In Paris inszenierte er die Uraufführung von H. Gefors' "Clara" und an der Deutschen Oper Berlin u.a. "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny", in Köln u.a. "Elektra" (Richard Strauss), "Neues vom Tage" (Hindemith), "Hoffmanns Erzaehlungen" (Offenbach), "Der König Kandaules" (Zemlinsky) und "Intolleranza" (Nono). Günter Kraemer inszeniert 2002 und 2005 bei den Salzburger Festspielen und 2003/2004 sowie 2005 erneut an der Wiener Staatsoper. Die Metropolitan Opera hat ihn für die Spielzeit 2003 verpflichtet, weitere Operninszenierungen folgen u.a. in Lyon, Paris und Dresden. 2002 wird Günter Kraemer nach dem Hindemith-Triptychon "Mörder, Hoffnung der Frauen, Sancta Susanna, Das Nusch-Nuschi" und nach "Ariadne auf Naxos" (Richard Strauss) in Lyon wieder an die Kölner Bühne zurückkehren, um den "Rosenkavalier" zu inszenieren, als Co-Produktion mit der Oper in Tokyo.
Der Hit des Abends, die grosse Ueberraschungfuer mich war die Pamina, vor allem weil für Michaela Kaune jemand anderes sang und spielte(!!!), jemand dessen ungewöhnlicher und wohlklingender Namen es, auch und vor allem aus künstlerischer Sicht, wert ist etwas hervorgehoben zu erscheinen:
FIONNUALA MC CARTHY
Frisch, natuerlich, voll Elan – so könnete man sie charakterisieren und dann zu allem Ueberfluss: singen kann sie ja auch noch!!! Und wie! Es klingt mir immer noch im Ohr!
Die in Irland geborene Sopranistin Fionnuala Mc Carthy absolvierte an der Universitaet In Johannesburg (Südafrika) ihr Studium. EinStipendium ermöglichte Ihr eine Gesangsausbildung an der Musikakademie in Detmold bei Prof. Helmut Kretschmar.
Nach kometenhaftem Aufstieg wurde Fionnuala Mc Carthy mit einem Gastvertrag an die Komische Oper Berlin gerufen, wo sie in den Rollen der "Suor Angelica" und "Nedda" vom Publikum gefeiert wurde. Im September 1994 folgte ein Gastvertrag an der Deutschen Oper Berlin, aus welchem ein
Festvertrag hervorgegangen ist. Dort singt sie seitdem die Rollen der "Pamina, Susanna, Ighino, Sophie und den Sopranpart in "Carmina Burana". Außerdem gab sie in Berlin verschiedene Rollendebüts in Neuproduktionen. "Juliette" in Gounods "Roméo und Juliette" (1997) nebst Franzisco Araiza, "Manon" in Massenets "Manon" (1998), den Sopranpart in der Matthaeuspassion in einer szenischen Interpretation von Prof. Götz Friedrich (1999) und im Jahr 2000 das "Füchslein" in Léos Janáceks Oper "Das schlaue Füchslein" in einer Inszenierung von Katharina Thalbach
Dann aber kam, sehr passend, als ebenbürtiger maennlicher Part der "Papageno"
Markus Brück. Er sang und schauspielerte wie ein echter Routinier und eroberte die Herzen, vor allem die der anwesenden Kinder, im Fluge! Er war ein wirklicher Gewinn und ließ einen alle Sorgen und Unannehmlichkeiten, die ja nun jeder leider hat, vollstaendig vergessen. Auch seine Partnerin, Robin Johannsen, wirbelte, trotz der auch guten Proportionen, schlangengleich und stimmgewaltig über die Bühne!Reinhard Hagen
als Sarastro mit wunderbar-balsamischem Ton, reichte mühelos an die größten Vorbilder heran.
Mozarts letztes Bühnenwerk ist in der breiten Öffentlichkeit bekannt wie kaum eine andere Oper. Sicher sind die eingaengigen Melodien, die atemberaubenden Koloraturen der Königin der Nacht und die bunte Handlung mit für diesen Erfolg verantwortlich, doch was dieses Werk unsterblich macht, sind die nicht so offensichtlichen Qualitaeten der Oper.
Es ist der geheimnisvolle Hintergrund: die Zauberflöte ist eine Freimaureroper. Gemeinhin wird die "Zauberflöte" als dem, der ein wenig davon gehört hateine Verherrlichung der Ideale des Freimaurerbundes angesehen. Wir wissen, daß Mozart Freimaurer war. Aber der eigentliche Urheber Urheber am Entstehen der Zauberflöte war der Schauspieler und Theaterdirektor Emanuel Schikaneder. Auch er war natürlich Freimaurer. So ist also die Zauberflöte durch zwei Brüder entstanden. Die eigentliche Praegung hat sie daher wohl eher durch den Textdichter, eben den Emanuel Schikaneder, erhalten
Mozarts wurde 27.1.1756 geboren und er starb am 5.12.1791. Im Maerz 1791 begann Mozart mit der Arbeit an der Musik der Zauberflöte. Sie wurde uraufgeführt am 30. September 1791 in Wien in Schikaneders Theater auf der Wieden. Entstehung und Uraufführung liegen also in Mozarts Sterbejahr. Es war seine letzte Oper, die er vollendet hat.Die Handlung der Zauberflöte spielt in aegyptischer Umwelt, was dadurch mitbedingt ist, daß der Orient im allgemeinen und aegypten im besonderen seit der Mitte des 18. Jahrhunderts große Mode war. In der Zauberflöte werden Pyramiden und Palmen, ein Weisheitstempel der großen Göttin und aegyptische Türen genannt. Die Namen haben dagegen italienischen Klang und stammen aus einer noch nicht aufgefundenen italienischen Quelle.
In der Oper verkörpert der Bund der Eingeweihten die Ziele der Freimaurerei: Humanitaet, Laeuterung des Menschen, Wohltaetigkeit. Der Kult der Götter "Isis und Osiris", wie wir ihn auf der Bühne sehen, beinhaltet den Dienst an der Erziehung des Menschen, ohne Unterschied von Stande oder der Hautfarbe, seine Heranbildung zu Weisheit, Schönheit und Staerke.
Eine der für das Werk und operngeschichtlich überhaupt bedeutungsvollsten Stelle der Zauberflöte ist die sogenannte Sprecherszene des ersten Aktes, die Taminos erste Begegnung mit dem Lebenskreis der Eingeweihten schildert. Mozart verwendet hier die Form des Rezitativs, dessen Aussagemöglichkeiten er bis ins letzte ausschöpft, wobei auch der Chor eingeschaltet wird. Jedes Verweilen auf einem Ton, jedes Hoch oder Tief, jedes Laut oder Leise, aber auch jeder Wandel der Tonart, jede Tempoabstufung hat hier besonderen Sinn.: Es siegte die Staerke, und krönet zum Lohn die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron'.
Der Zauberflöte liegt aber auch, gemaeß der freimaurischen Tradition eine komplexe Zahlensymbolik zugrunde. Ich beschraenke mich hier auf die Zahl "Drei". Sie ist die Schlüsselzahl sowohl der Musik wie des Textes der Zauberflöte. Das Ritual eines Freimaurer Bundes ist grundlegend durch die Dreiheit bestimmt. Um nur einiges anzuführen: Drei freimaurerische Grade und auch Ideale werden durch die drei Saeulen versinnbildlicht. Die Freimaurer besitzen drei bewegliche und drei unbewegliche sog. "Kleinodien": Winkelwaage, Winkelmaß und Senkblei. Das Reißbrett, der unbehauene und der behauene Stein. Die vielfaeltigen Dreiergruppen sind kennzeichnend für den Aufbau der Oper. So stehen "drei Damen" im Dienste der Königin der Nacht, dreimaliger Donner und der Ruf "Sie kommt - sie kommt - sie kommt - ", künden ihr Nahen an. Dreimal tritt die Königin der Nacht in Erscheinung: am Anfang der Handlung, in der Mitte und am Schluß. Auch ihre drei Damen greifen dreimal in die Handlung ein. Das Trio der Prüflinge Tamino, Pamina und Papageno, wird begleitet von den drei Genien oder Knaben...
Sarastro wirkt dreimal als Hoherprieser des Weisheitsbundes im Kreise der achtzehn (=3 x 6 =(2X3) Eingeweihten. Entsprechend der Dreizahl haben die Fremdlinge auch drei Prüfungen zu bestehen. Ferner zeigt die Bühne am Ende des ersten Aktes drei Tempel, deren Pforten mit "Vernunft", "Weisheit" und "Natur" überschrieben sind. Dreimal versucht Tamino vergebens, durch Anklopfen zu diesen Tempeln zu gelangen. In Sarastros Reich herrschen Klugheit, Arbeit und Künste; seine Priester fordern dreierlei von Tamino "Sei standhaft, duldsam und verschwiegen". Durch drei Posaunenstöße geben die Geweihten ihre Zustimmung zu Sarastros Vorschlag, Tamino zu den Prüfungen . Interessanterweise sind es auch drei Musikinstrumente, welche die Handlung der Zauberflöte mitbestimmen: Die Flöte, das Glöckchenspiel und Papagenos Faunenflötchen. Jedes dieser drei Instrumende wird dreimal gespielt. Man fragt sich nun, warum dann aber die Zauberflöte in zwei Aufzüge (Akte) eingeteilt ist. Hierfür gibt es auch eine, aber aeußerst komplizierte Erklaerung, die ich uns hier ersparen will. Gelegentlich wollen und sollen die Freimaurer ja auch etwas von ihrem Geheimnis verbergen...
In den letzten Worten der Zauberflöte genannt werden: drei Grundprinzipien der Schöpfung genannt
Es siegte die Staerke und krönet zum Lohn
die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron'.
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Bühne, Kostüme Andreas Reinhardt
Chöre Ulrich Paetzholdt
Sarastro Reinhard Hagen / Peter Klaveness [17.Apr.]
Georg Zeppenfeld [13.Feb.]
Tamino Clemens Bieber / N.N
Sprecher Lenus Carlson / Ralf Lukas
1. Priester Klaus Lang
2. Priester David Knutson / Jörg Schörner
Königin der Nacht Erika Miklósa [ 9., 13., 23. Nov.] /
Anna-Kristiina Kaappola [ 14. Sept.; 16., 31. Okt.]
Diana Damrau
Elena Mosuc [22.Feb.]
Helen Kwon [17. April]
Pamina Michaela Kaune [14. Sept.; 9., 13. Nov.; 13., 22. Febr.; 17., 27. April;21. Juni] /
Fionnuala McCarthy [16., 31. Okt.; 23. Nov.] / Ofelia Sala [8. Maerz; 15. Mai]
1. Dame Lucy Peacock [22.Feb, 15. Mai] / Raquela Sheeran
2. Dame Andion Fernandez / Ulrike Helzel / Yvonne wiedstruck
3. Dame Laure de Marcellus / Kari Hamnoy
Drei Knaben Tölzer Knabenchro / Dresdner Kreuzchor
Papagena Gudrun Sieber / Robin Johannsen
Papageno Markus Brück / Tom Erik Lie
Monostatos Peter Maus / Burkhard Ulrich
1. geharnischter Mann Volker Horn / Ralf Willershaeuser
2. geharnischter Mann Josef Becker / Roland Schubert