Der Maggio Musicale Fiorentino 2003
Jeder deutschsprachige Musikfreund kennt die Bayreuther oder Salzburger
Festspiele. Den Maggiofiorentino oder Maggio musicale fiorentino kennen die
meisten zwar vom Namen, aber daß dieser den beiden erwähnten
Veranstaltungen absolut ebenbürtig ist und die illustresten
Größen der Musikszene nach Florenz zog, ist den wenigsten
bewußt. Daher hier eine kleine nicht lehrmeisterlich gemeinte
Gedächtnisauffrischung:
Berühmte Dirigenten wie Vittorio Gui, Bruno Walter, Wilhelm
Furtwängler, Dimitri Mitropoulos, Zubin Mehta, von Karajan und Muti
schwangen hier den Taktstock. Die "göttliche" Maria Callas gastierte
hier. Ebenso Pietro Mascagni, Richard Strauss, Paul Hindemith, Bela
Bartòk, Igor Stravinskij, Luigi Dallapiccola, Luigi Nono, Karlheinz
Stockhausen und Luciano Berio. Neben diesen wirkten hier Regisseure und
Intendanten von Weltruhm wie Max Reinhardt, Gustav Gründgens, Luchino
Visconti, Franco Zeffirelli, Luca Ronconi, Bob Wilson, Giorgio De Chirico und
Oskar Kokoschka.
Der Maggiofirentino wurde 1933 von Vittorio Gui ins Leben gerufen und erfreute
sich bald solcher Beliebtheit, daß er an Stelle der alle drei Jahre
geplanten Festivitäten jedes Jahr wiederholt wurde.
Der Hauptveranstaltungsort des Festivals ist das Teatro Communale mit seiner
enormen Kapazität von 2003 Sitzplätzen. Die zweimalige teilweise
Zerstörung, einmal 1944 durch Bombenangriff und das zweite Mal 1966 durch
die Flutkatastophe sieht man ihm nicht mehr an und es zeugt von dem
ungebrochenen Willen eines Volkes mit jahrtausenderalter künstlerischer
Tradition, sich sein kulturelles Erbe durch keine Unbill des Schicksals
zunichte machen zu lassen.
Die musikalischen Geschicke werden gekonnt von Zubin Metha geleitet, über
den ja nun wirklich kein Wort verloren werden muß, ist er doch in allen
berühmten Philharmonien und Opernhäusern daheim. Die Beziehung zu den
deutschen Musikfreunden ergibt sich u. a. auch aus der Tatsache, daß er
Generalmusikdirektor der Bayrischen Staatsoper München ist.
Es finden übrigens auch Darbietungen von Weltklasse im Herbst dieses
Jahres statt (z.B.: Zubin Metha: Der Barbier von Sevilla)
Für Interessierte:
die website des maggiofiorentino
Ein kleiner Hinweis für Florenzbesucher mit dem eigenen Auto: Ohne genaue
Ortskenntnis finden Sie die einzelnen Theater schwer, auch mit
Navigationssystem. Es wird z.Zt. viel gebaut und das Teatro della Pergola liegt
mitten in der Fußgängerzone, die zwar Nachts befahrbar ist, aber es
gibt dort, genau wie für das Teatro Goldoni keinerlei
Parkmöglichkeit. Beim Goldoni sollte man in dem nahegelegenen Parco
Torquato Tasso parken und beim Pergola an der Statione. Für das
Haupttheater, das Teatro communale, bietet sich der nahe gelegene Parco delle
Cascine an. Am einfachsten ist natürlich an der Statione zu parken und ein
Taxi zu nehmen...Karten kann man im Teatro comunale kaufen, aber problemloserr
geht dies telefonisch oder online...
Hier nun eine kleine Auswahl der großartigen Darbietungen vom Mai/Juni
2003:
La clemenza di Tito
La baydère Shéhérazade
Otello