Home!

Zurück zur Auswahl!

Wir befolgen die HONcode Prinzipien der Health On the Net Foundation Wir befolgen die HONcode Prinzipien. Verify here.

Der Maggio Musicale Fiorentino 2003

La clemenza di Tito

La clemenza die Tito

Viele Musikfreunde halten die Zauberflöte für das letzte Werk Mozarts. Sie wurde aber nur zuletzt vollendet. Der Auftrag für das "Requiem" und eben die "Clemenza" unterbrachen die Arbeit an der Zauberflöte. So ist eigentlich die "Clemenza" das letzte große Werk Mozarts. Als Auftragswerk anläßlich der Krönung von Leopold II sollten natürlich die guten Eigenschaften des Souverains dargestellt werden. Diese hatte Leopold unbestritten, der auch Großherzog der Toskana war und weswegen die Aufführung hier in Florenz besonders passend ist.

Es wird hier in dem von Mazzola überarbeiteten Libretto Metastasios eine für die heutige Zeit etwas sehr übertriebene Form der Darstellung des Edelmutes von Titus gewählt, aber es sollte ja eine Eloge auf Leopold II sein. Die wundervolle Musik von Mozart, die zwar perfekt dazu paßt, kann aber und wurde auch mit einem anderen Libretto kombiniert: 1824 mit Heigels König Garibald. Wenn wir ehrlich sind, so ist doch das wesentliche die Musik --- und diese ist zeitlos schön und nicht unbedingt an eine ganz spezifische Handlung gekoppelt, obwohl wir natürlich, wenn wir sie wiederhören, vor unserem geistigen Auge die gesehene Oper wieder auflebt...

Der Inhalt der Oper ist eigentlich schnell erzählt. Es ist eine etwas gekünstelt erscheinende Intrige, die aber auch das Leben manchmal so schreibt:

Vitellia, die Tochter des ehemaligen Kaisers sinnt auf Rache für den Tod ihres Vaters für den sie Titus verantwortlich macht, den sie unglücklicherweise auch noch liebt und da er eine andere Frau zu ehelichen gedenkt, rasend vor Eifersucht ist. Aus diesem Grunde bringt sie Sextus, eigentlich einen treuen Freund von Titus dazu, in einem Mordkomplott gegen den Kaiser eine tragende Rolle zu spielen. Dies kann ihr natürlich nur gelingen, wenn sie einen Trumpf dafür in der Hand hat: Sextus ist ihr hörig und glaubt die angedrohte Abwendung von ihm im Falle des nicht Einwilligens in den Komplott nicht ertragen zu können. Titus gibt jedoch seine Auserkorene frei, als diese ihm offenbart einen anderen zu lieben und will nun Vitellia heiraten. Doch zu spät, die Verschwörung ist schon im Gange.

Aber Titus überlebt und die Schuld von Sextus kommt bald ans Tageslicht. Er ist eigentlich gezwungen aus Staatsräson und da der Senat ihm die Entscheidung eigentlich schon vorgegeben hat, das Todesurteil von Sextus zu unterschreiben. Aber er vermag es nicht. Obwohl Sextus auf Befragen die Urheberin des Übels, Vitellia, nicht verrät, gesteht diese, von Skrupeln überwältigt, öffentlich ihre Schuld. Titus aber vergibt auch ihr in seinem Edelmut ihre Schuld. Er wiederholt und bekräftigt seine schon in einer vorhergehenden Arie ("Se allŽimpero, amici Dei, Necessario è un cor severo, O tagliate am me lŽimpero, O a me date un altro cor. sinngemäß"..nehmt mir das Reich oder gebt mir ein anderes Herz!") bekundete Einstellung in der das Werk krönenden und auch hier im "maggio" glanzvollen Schlußsextett mit Chor: "Troncate, eterni dei, Troncate i giorni mei, Quel die che il ben di Roma Mia cura non sara" sinngemäß: "streicht die Tage meines Lebens, o ewige Götter, an denen ich nicht an das Wohl Roms denke").

Zu hören war hier im "maggio" als Titus ein international bekannter Name: ein grandioser Ramon Vargas und weniger bekannt aber dennoch ein absoluter Ohrenschmaus: Monica Bacelli als Sextus und natürlich der excellente Chor und das Orchester des "maggiofiorentino" unter der gekonnten Leitung von Ivor Bolton. All das wurde in interessanter klssisch-moderner Inszenierung von Federico Tiezzi dargeboten. Ein wahrhaft gelungener Abend!