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Ich &Du ... und andere Katastrophen
Ein wirklich erfrischender Abend, der einem das Herz leicht machte und die Sorgen, so man
welche
hat, vergessen lies. Velia Krause und Michael Hansen singen stimmgewaltig und mit viel Charme
und schauspielerischem Talent, teils altbekannte Berliner Lieder („Icke,Icke, Icke und Berlin...) teils
Kinderlieder („Ich reiss mir eine Wimper aus und stech Dich damit tot") so gekonnt, dass man
meint, diese zum ersten Mal zu hoeren. Auch weniger bekannte aber sicher hoerenswerte und hier
insbesondere, wie das Lied ueber die Frau Potifer, die Gattin des Josef und die dieser und der
Pharao in der Bar zum Krokodil am schoenen blauen Nil unverhofft treffen...Ein kleines
Kaberettchen, viel zu klein fuer das darin wirkende Talent, aber fuer den Besucher gut: es ist ja netter in einem kleinen Kreis zu sitzen als in einer grossen Turnhalle - finde ich jedenfalls! |
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Eine gute Partie
Alles in allem ein gelungener Abend. Das Ensemble brachte routiniert bestes
Boulevardtheater zur Schau. (Kein Wunder! Regie: Wolfgang Spier!) Obwohl man
zunaechst meint, das Stueck plaetschere so seicht vor sich hin, entdeckte man im
weiteren Verlauf tiefgruendige Beobachtungen der elementaren menschlichen Gefuehle,
wie Liebe, Freundschaft und Fuersorge, die wir, wie vieles, erst bemerken, wenn wir sie
verspielt haben. Zum Glueck ist es meist aber denn nicht auf Dauer. Wir erhalten
immer wieder ein sogenannte „zweite Chance" auch, wenn uns Gott /das Schicksal diese
zum sechsten und siebenten Mal offerieren, bis wir es endlich begriffen haben.
Nichtkenner des Boulevardtheaters benoetigen aber, besonders bei diesem Stueck, eine
kleine Eingewoehnungszeit, um neben den paar Kalauern auch die feinen Toene, die auf
die es eigentlich ankommt, herauszuhoeren. So ist es ein immer wieder beobachtetes
Phaenomen, dass die zweite Haelfte nach der Pause viel kuerzer erscheint, auch wenn
sie laenger ist.
Fuer Spier-fans, wie mich, ist das Stueck natuerlich ein absolutes Muss. Ich kenne dieses
Urgestein der Berliner Theaterszene schon so lange ich ueberhaupt erst ins Theater
gehen konnte --- und das ist schon ein paar Jaehrchen her. Um mich herum hat sich viel
gewandelt --- aber Spier ist immer der alte geblieben. Wuenschen wir ihm, dass er das
eigentlich uns vorprogrammierte Alter von 120 Jahren gesund buehnenaktiv (!) zur
Erbauung aller erreicht!
Bekannt und beliebt natuerlich auch unser Ralf Wolter in seiner ihm eigenen leicht
vertrottelten Masche, die so gut in dieses Stueck passt, dass ja eine Varieante des
„Verueckten Paares" Matthau/Lemmon praesentiert.
Solide und schauspielerisch gekonnt auch die Parts von Gabi Gasser und Hans-Juergen
Schatz. Frau Hochholdiger gab ja nur ein kurzes Intermezzo, das die ganze grosse
Palette Ihrer kuenstlerischen Faehigkeiten logischerweise nicht zeigen kann.
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