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Ich bat um Stärke, aber er machte mich schwach, damit ich Bescheidenheit und Demut lernte. Ich erbat seine Hilfe, um große Taten zu vollbringen, aber er machte mich kleinmütig, damit ich gute Taten vollbrächte. Ich bat um Reichtum, um glücklich zu werden. Er machte mich arm, damit ich weise würde. Ich bat um alle Dinge, damit ich das Leben genießen könnte. Er gab mir das Leben, damit ich alle Dinge genießen könne. Ich erhielt nichts von dem, was ich erbat - aber alles, was gut für mich war. Gegen mich selbst wurden meine Gebete erhört. Ich bin unter allen Menschen ein gesegneter Mensch.
Ein unbekannter Soldat




Und du schreist Wahrheit, Freundschaft, Liebe während du versuchst, das Licht am Ende eines Tunnels zu erreichen, der übersät ist mit den Komplexen, Kleinkariertheiten und Bosheiten von Menschen, an die du geglaubt hast. Und wenn du es dann schaffst, deine Seele von Hass reinzuhalten, verdienst du den Namen Mensch. Auch wenn du deinen Mut verlierst, bis zur nächsten Vision, die dich ein wenig erleichtert und dann verschwindet, damit sie dich noch tiefer fallen lässt.

E n t t ä u s c h u n g.


Enttäuschung, daß wir Menschen immer noch nicht so weit sind, friedlich miteinanderzuleben. Enttäuschung, daß die tot geglaubten Grenzen zwischen den Völkern wieder aufgerichtet werden in Form eines neuen Nationalismus --- diesmal nicht von deutscher Seite, sondern z.B. in den USA und Italien. Enttäuschung, daß ernsthafte Bemühungen für den Frieden Anlaß zu Diffamierung und Propaganda gegen eine ganze Nation, in diesem Falle Deutschland, sind. Nur aus dem Licht irgend etwas Schlechtes sagen zu können, ist verständlich die ständige neue Aufbereitung der nazistischen Vergangenheit Deutschlands, jetzt wo das Land sich gegen einen Krieg (im Irak) ausgesprochen hat und sich damit völlig konträr zu diesen falschen früheren Idealen verhält. Es muß aber etwas gesagt werden, um dieses Volk zu diffamieren --- und es geschieht mit Erfolg. Ich habe es selber an einer absolut deutschfeindlichen Stimmung in einem klassischen deutschfreundlichen Land --- Italien --- erlebt.

Wie kann man die Menschen so belügen und verschweigen, daß der Faschismus auch in Italien (Mussolini) und Spanien (Franco) existierte. Amerika läßt sich als den großen Befreier feiern, um seine imperialistische Irakpolitik zu rechtfertigen. Hatten die Deutschen nicht einen von Stauffenberg und hätten letztendlich einen anderen gehabt, dem es gelungen wäre sich selbst von der Geißel der Nationalsozialisten zu befreien?

Daher meine Enttäuschung, daß die gute, ehrliche Absicht nicht erkannt oder aber als Gefahr betrachtet in eine ganz gegenteilige Intention umgedeutet wird --- also ganz offene Lüge und Verläumdnung. Man sieht es leider immer wieder auch im ganz alltäglichen Leben...

Enttäuschung jetzt vor allem, daß das Land in dem der Papst seine Heimat hat und auch zum Frieden aufrief, zur Verständigung zwischen Islam und Christentum, sich derart verhetzen läßt, daß offen der Islam als Feindbild proklamiert werden kann. Selbst wenn mehr als die Hälfte der Italiener nicht gläubig sein sollte: was ist mit seinen Kommunisten und Sozialisten, die sich auch gegen den Krieg aussprechen? Wie kann diese große Opposition einfach unterdrückt werden? Enttäuschung, daß gerade die christlichen Parteien --- in Italien wie in Deutschland --- nicht das Volk der Gläubigen --- sich aus Opportunismus zur Volksverhetzung und Kriegstreiberei einspannen lassen.

Ich weiß, daß dieser Aufschrei vielleicht keine Resonnanz haben wird. Ich weiß aber auch, daß es meine Aufgabe ist, als Christ alles zu versuchen, um die Wahrheit zu verkünden und daß gerade heute, wo ich dies schreibe, Pfingstsonntag 2004, ein besonderer Auftrag an uns Christen erging: die sieben Gaben des Heiligen Geistes, der heute uns Christen wieder erfüllt, anzuwenden. Sie sind:

Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.




Ein jeder mag selber überlegen, was dies für einen jeden Christen heißt!
Leider ist der gute Wile nicht immer von gleich sichtbarem Erfolg gekrönt.. Bleibt nur der Trost im Worte des Neuen Testamentes:

"Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. "


Aber ich werde den Sieg nicht verraten, indem ich den Kampf verlasse. Meine Kraft wird vielleicht zur Form in den Hoffnungen aller, die denselben schwierigen Weg wie ich gehen.

Ist es denn wirklich so schwer zu helfen und auch zu glauben, daß man helfen will ohne Hintergedanken?


Es wird wohl für alle, die so etwas durchmachen, wie auch für mich, sicher eine weitere Stufe im Leben sein --- getreu dem Gedicht von Hermann Hesse:


Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in neue, andere Bindungen zu geben.
Und in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir wollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegensenden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden ...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

H. Hesse



Viele wunderbare Zitate,vor allem das Bekenntnis des unbekannten Soldaten am Anfang , habe ich der website www.luellemann.de entnommen und rate dringend zu einem "Spaziergang" dort!